Lahr Stadtfest: Zahlreiche Besucher tummeln sich

Lahr - Drei Feste, fünf Plätze, sehr viele Besucher, etliche Vereine und etwa 20 Bands: Das Triple aus Stadtfest, ­ Fest der Kulturen und Vis-à-Vis-Fest hat am Samstag für eine bunte, lebensfrohe und alles andere als leise Innenstadt gesorgt.

Es erwies sich als Vorteil, dass Marktplatz, Rathausplatz, Schlossplatz, Urteilsplatz und der noch recht neue Museumsplatz bespielt wurden. So war es in der gesamten Stadt recht voll – aber nicht übertrieben eng. Ein Geheimtipp war dabei – vom späten Nachmittag bis in die Nacht – der Museumsplatz. Die roten Steinblöcke, die den Platz gestalten, waren für die Zuschauer eine ideale Tribüne. Hier standen eher leise Töne – neudeutsch: unplugged – im Vordergrund. Hier war der Menschenauflauf nicht so groß wie andernorts, dafür konnte man sich voll und ganz auf die Musik und gute Gespräche einlassen.

Das gesamte Spektakel begann gegen 16 Uhr auf dem Marktplatz: Bürgermeister Guido Schöneboom und Thi-Dai-Trang Ngyen, Sprecherin des Interkulturellen Beirates, wünschten den da bereits zahlreichen Gästen passend und einfach "ein gutes Beieinander". Offiziell eröffnet wurde das Ganze von Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller gegen 18 Uhr auf dem Schlossplatz. Zuvor hatten "Ive & T. Bo" aus Rheinhausen die Geschichte eines gewissen "Bobby McGee" musikalisch zum Besten gegeben. Danach würdigte Müller die drei Feste, die in Lahr eine lange Tradition hätten. Besonders freute sich der OB über das Engagement der Vereine, die die Vielfalt der Stadt exemplarisch zeigen würden.

Die vielen Auftritte von Kindern und Gruppen demonstrierten eindrucksvoll, wie bunt und lebendig Lahr ist, gerade weil es so viele verschiedene Kulturen hier gibt. Eindrucksvoll zeigten das die orientalischen Tänzerinnen, die Anette Gündel – alias Amira el Amar – trainiert. Sie präsentieren ein getanztes orientalisches Märchen aus 1001 Nacht, dem eine russische Folklore folgte. Wie nah beieinander diese beiden Kulturen liegen, erschloss sich besonders anschaulich dadurch, dass beide Auftritte unmittelbar nacheinander folgten.

Die "Bigband W" begeistert ihre Zuhörer auf dem Rathausplatz

Was Feiern bedeutet, zeigten bei den Auftritten auf dem Marktplatz vor allen die Lahrer mit Migrationshintergrund. Die Begeisterung und der Andrang vor der Bühne waren sofort da. Das sah auf den anderen Plätzen etwas anders aus. Die Kluft zwischen Bühnen und Gästen blieb eine lange Weile bestehen. Doch die Bands und Interpreten nahmen das sportlich. Auf dem Rathausplatz sprang der Funke dann über, als die "Big-Band W" auftrat. Der instrumental gespielte Rock-Song "Hush", ein eher unbekanntes Stück der Gruppe "Deep Purple" vom Ende der 1960-er Jahre, wurde aber auch sensationell gut dargeboten.

Die Fans auf dem Marktplatz stellten aber gegen 21 Uhr wiederum alles an Jubel in der Stadt in den Schatten. "Malak Hostel" aus Freiburg waren ein Glückstreffer und für diesen Anlass sicher mit das Beste, was die Region zu bieten hat. "Wenn der Wahnwitz brodelt, fühlen sich die Weltenbummler zu Hause. Und ihr Zuhause, das ist zuallererst die Bühne. Doch was heißt hier Bühne? Wenn ›Malaka Hostel‹ auftreten, reißen sie spielend die unsichtbare Mauer zwischen Band und Publikum nieder." Was das Quintett auf seiner Webseite verspricht, hat es bis zum Finale des Fests der Kulturen eingehalten.

Besucher werden mit Köstlichkeiten aus aller Herren Länder verwöhnt

Hervorheben muss man aber auch "Oil", die am Ende des Festes auf dem Rathausplatz für eine tolle Stimmung sorgten. Nicht weniger gefeiert wurde auf dem Schlossplatz und auf dem Urteilsplatz. Und auch dort gab es neben der Musik die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen. Das zeigte sich wiederum besonders gut bei dem kulinarischen Angebot auf dem Rathausplatz. Der Orient, der Okzident, der südliche Teil der Neuen Welt oder Fernost lockten – ungeachtet der Hitze am Mittag – mit allerlei: scharf, würzig, süß oder sauer – oder alles zusammen. Und was es da für Mischungen gab.

Richtig gut machte es der Freundeskreis Flüchtlinge. Was trinken Beduinen in der Wüste? Schwarzen, heißen Tee mit einer ordentlichen Portion Zucker. Der Samowar war da also genau richtig.

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