Lahr Stadt sucht einen Investor für Mehrzweckhalle

Lahr - Die Zeit der Rheintal- und der Großmarkthalle läuft ab. Wenn die Mehrzweckhalle auf dem LGS-Gelände nach dem Großereignis öffentlich nutzbar gemacht wird, haben die alten Gebäude ausgedient. Aber was soll mit ihnen geschehen?

Im Falle der in den 1970er-Jahren gebauten Rheintalhalle scheint der Fall klar zu sein: Alle Zeichen stehen auf Abriss. Die Stadt erklärt auf Nachfrage, dass für diese Halle kein Bestandsschutz gilt und "überplant" werden könne. Doch was auf dem Areal entstehen könnte, ist direkt mit dem Schicksal der benachbarten Großmarkthalle verbunden.

Denn die ehemalige Viehversteigerungshalle steht unter Denkmalschutz und kann trotz ihres maroden Zustands nicht so einfach abgerissen werden. "Es handelt sich um ein Kulturdenkmal gemäß des Denkmalschutzgesetzes Baden-Württemberg. Eigentümer haben entsprechend diesem Gesetz das Denkmal im Rahmen des Zumutbaren zu erhalten und pfleglich zu behandeln", so die Verwaltung. Die Stadt sieht aber aufgrund der Rahmenbedingungen keine Möglichkeit, die Halle weiter für sich zu nutzen. "Grundsätzlich wären künftige Nutzungen wie zum Beispiel Gastronomie, Kultur- und Tanzveranstaltungen oder Märkte denkbar, scheiden aber aufgrund des angrenzenden Störfallbetriebes aus." Die Stadt präzisiert den Betrieb nicht näher, allerdings befinden sich in direkter Nachbarschaft der Hallen einige Betriebe aus den Bereichen Chemie und Kunststoff.

Wohnprojekt scheidet aus

Ein solcher Betrieb müsse laut Stadt einen Gefahrenabwehrplan mit dem Landratsamt erarbeiten. Darin werde unter anderem das Verhalten bei einem Störfall festgelegt. Die Gefahrenabwehrplänen gelten zum Beispiel, wenn die Großmarkthalle für Veranstaltungen wie zuletzt die Rollschuhrevue des SV Solidarität genutzt wird. Diese Nachbarschaft verhindere aber, dass öffentliche Nutzungen oder Nutzungen mit Publikumsverkehr sowie ein Wohnprojekt anstelle der Hallen realisiert werden dürfen.

Die Stadt sucht daher einen Interessenten mit einem Konzept für eine zulässige Nutzung, die dem Kulturdenkmal und zeitgleich den Auflagen durch den Störfallbetrieb gerecht wird. Naheliegend sei eine gewerbliche Nutzung, so die Stadt.

Ein Abriss der Großmarkthalle sei nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Sollte das Ausschreibungsverfahren dazu führen, dass kein Käufer gefunden werden kann und auch eine "Translocierung", ein Abbau und Wiederaufbau an anderer Stelle in Lahr, oder ein "Einmotten", das Sichern des Gebäudes ohne Nutzung, keinen gangbaren Weg darstellen, müsste die Stadt einen Abrissantrag beim Regierungspräsidium stellen. Darin müsste die Stadt nachweisen, dass ihr der Erhalt des Kulturdenkmals nicht zuzumuten ist. Es kommt also zunächst darauf an, ob die Stadt einen Investor findet, der etwas mit der Großmarkthalle anfangen kann. Davon möchte die Stadt auch die Nutzung der Fläche abhängig machen, auf der die Rheintalhalle steht.

Wann es zu einem Abriss kommt und wieviel Geld die Stadt dafür ausgeben müsste, sei noch nicht konkret. Geplant ist aber, den Betrieb in der Rheintalhalle einzustellen, sobald die Sporthalle plus fertiggestellt ist. Der Endausbau nach der Landesgartenschau werde bis voraussichtlich Frühjahr 2019 dauern.

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