Gemeinderat soll entscheiden Stadt setzt auf Tests für Kinder

Stefan Maierund Felix Bender
Für Schüler und Kindergartenkinder stellt die Stadt Corona-Schnelltests zur Verfügung.Symbolfoto: John Foto: John

Die Stadt stellt bis Ostern Corona-Schnelltests für Schüler und Kindergartenkinder zur Verfügung.

Die Stadt stellt bis Ostern Corona-Schnelltests für Schüler und Kindergartenkinder zur Verfügung. Das schlägt die Verwaltung vor. Der Gemeinderat muss noch zustimmen.

Lahr - Bereits im April hatte der Gemeinderat einen ähnlichen Beschluss gefällt: Danach kann die Verwaltung Schnelltest für Lahrer Schüler, Kita-Kinder und für Mitarbeiter der Stadt beschaffen. Das war bis Ende des Jahres befristet, jetzt soll diese Regelung bis Ostern verlängert werden. "Aufgrund der aktuellen hohen Inzidenz in der Stadt Lahr bei einer insgesamt niedrigen Impfquote von 62 Prozent im Ortenaukreis ist das Testen die einzige Möglichkeit, Infektionsketten zu unterbrechen und darüber hinaus den Betrieb von Schulen und Kitas weitestgehend aufrechtzuerhalten", begründet die Stadtverwaltung ihren Vorschlag. Dies gilt auch für den Betrieb der Stadtverwaltung. ›"Aufgrund der Wichtigkeit und Eilbedürftigkeit dieser Gesamtmaßnahme" hat die Stadtverwaltung auf eine Vorberatung verzichtet. Die Beschlussvorlage wird deshalb direkt in den Gemeinderat eingebracht.

Im Präsenzunterricht besteht bei nicht immunisierten Schülerinnen und Schülern weiterhin eine Testpflicht, schreibt die Stadt zum Hintergrund. Falls Corona-Tests positiv sind, werden für nicht geimpfte Schülerinnen und Schüler fünf Werktage hintereinander Antigentests vorgeschrieben. "Sollte das Land mit seinen Landeslieferungen in Verzug geraten, besteht die Notwendigkeit, dass die Stadt Lahr aus ihren Reserven Tests zur Verfügung stellt, um den Schulbetrieb nach Möglichkeit weitestgehend aufrechtzuerhalten", so die Stadt.

Im Bereich der Kitas gebe es zwei Aspekte. Zum einen gebe es Kitas, bei denen im Rahmen der Selbstverpflichtung Kitakinder zweimal wöchentlich getestet werden. Das sei aufgrund der hohen Inzidenz der Gruppe unter 14 Jahren von großer Bedeutung. In Kitas, wo es keine Selbstverpflichtung gibt, müssen bei einem positiven Fall alle Kita-Kinder einmal wöchentlich getestet werden, um den Kita-Betrieb aufrechtzuerhalten. Die Tests, insbesondere der Test für den Mund-Rachen-Raum "("Spuck-Test‹) müssen nicht durch das Land, sondern durch die Stadt beschafft werden. 30 Prozent der Kosten werden vom Land Baden-Württemberg über die Betriebspauschale gedeckt.

Ein weiterer Punkt: Als Arbeitgeber müsse die Stadt Nicht-Geimpften weiterhin mindestens zwei Tests pro Woche zur Verfügung stellen. Darüber hinaus gelte die Testpflicht für sämtliche Nicht-Geimpften in der Stadtverwaltung, die mit Dritten Kontakt haben. Im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit, Schulen, Sportstätten oder außerschulische Bildung gilt bereits jetzt für Nicht-Immunisierte eine tägliche Testpflicht mit Antigen-Tests, so die Verwaltung weiter. Um das Leistungsangebot aufrechtzuerhalten, sei die Stadt gezwungen, entsprechende Tests zur Verfügung zu stellen. Ab dem 1. Dezember sollen Selbsttests beaufsichtigt werden.

Im April hat der Gemeinderat 350 000 Euro für die Selbsttests zur Verfügung gestellt. Davon sind noch rund 187 890 Euro vorhanden. Das Land hat bisher rund 159 110 Euro erstattet.

Der Gemeinderat befasst sich bei seiner Sitzung am Montag, 22. November, ab 17.30 Uhr in der Mehrzweckhalle im Bürgerpark mit diesem Thema.

Erstmals lag die Zahl der neuen Corona-Infektionen in Lahr am Wochenende im dreistelligen Bereich: 110 Fälle meldete das Landratsamt am Montag – einmal mehr absolute Spitze im Ortenaukreis. Auf Platz zwei folgte mit 90 Neuinfektionen Offenburg, das rund 13000 Einwohner mehr hat. Die Gründe für die überproportionalen Corona-Zahlen in Lahr sind unklar. Einen größeren Ausbruch hat es zuletzt jedenfalls nicht gegeben, wie Kai Hockenjos vom Landratsamt auf LZ-Nachfrage mitteilte. Vereinzelte Fälle in je zwei medizinischen Einrichtungen und Schulen hätten nach aktuellem Stand zu Folgeinfektionen geführt, so der Behördensprecher. Grundsätzlich gebe es in der Stadt aber ein diffuses Infektionsgeschehen.

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