Lahr Stadt hilft Bewohnern im Gereut

Im hinteren Gereut in Reichenbach muss das Wasser aufbereitet werden. Für entsprechende Anlagen erhalten die Hausbesitzer einen Zuschuss. Foto: Archiv Foto: Lahrer Zeitung

Die Stadt Lahr will Investitionen in die häusliche Wasseraufbereitung im hinteren Gereut in Reichenbach mit 18 000 Euro bezuschussen. Der Haupt- und Personalausschuss fordert aber Nachverhandlungen mit der Badenova.

Lahr. Bei den Nachverhandlungen soll erreicht werden, dass der Eigenanteil der Betroffenen reduziert wird. Das von insgesamt sechs Anwesen im hinteren Gereut genutzte Quellwasser weist immer wieder Keime auf, es wird deshalb von dem Netzbetreiber Badenova im Quellschacht gechlort. Die Anlage selbst ist störanfällig, bei einer Havarie drohen Gesundheitsgefahren und eine Verunreinigung des Gereutertalbachs, in den das überschüssige Wasser abgeleitet wird. Das Trinkwasser soll deshalb zukünftig vor Ort mittels UV-Bestrahlung aufbereitet, die Chlordioxidanlage im Quellschacht abgeschaltet werden.

Die notwendigen Investitionskosten pro Anwesen werden mit rund 11 000 Euro beziffert, hinzu kommen jährliche Unterhaltskosten von rund 500 Euro und ein reduziertes Abnahmeentgelt, von 1,69 Euro für jeden Kubikmeter Trinkwasser. Die Badenova würde 60 Prozent der Investitionskosten übernehmen. Im Hauptausschuss des Gemeinderat wurde nun beschlossen, jedem der sechs betroffenen Anwesen einen zusätzlichen Zuschuss von 3000 Euro zu gewähren. Letztendlich müssten diese aber trotzdem einen Eigenanteil von bis zu 2000 Euro leisten, hinzu kämen jährliche Unterhaltungskosten und das Abnahmeendgeld. Bei der Sitzung des Hauptausschusses, in der der städtische Zuschuss einstimmig gebilligt wurde, forderten Ilona Rompel (CDU), der Reichenbacher Ortsvorsteher Klaus Girstl (Freie Wähler) und Hermann Kleinschmidt (SPD), dass noch einmal mit der Badenova verhandelt wird.

Eine Wasseraufbereitung mittels UV-Desinfektion würde ihrer Ansicht nach längst nicht nur den betroffenen Anwesen zu Gute kommen. Das neue Verfahren würde auch die Gefahr einer Keimbelastung des Bachs reduzieren und eine Nutzung des überschüssigen Wassers ermöglichen. Es könnte zukünftig mittels Pumpe an das Wasserwerk Reichenbach weitergeleitet, behandelt und in das Leitungsnetz in Reichenbach und Kuhbach eingespeist werden. Da würde dann nicht nur die Versorgungssicherheit der beiden Stadtteile erhöhen. Im Gegenzug könnte auch weiches Quellwasser aus Kuhbach in das Wasserwerk am Galgenberg weitergeleitet und dort zur Reduzierung der Wasserhärte, zur Absenkung der Aufbereitungskosten des Lahrer Trinkwassers genutzt werden.

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