Lahr Stadt blitzt an Schulwegen

Wie in der 30er-Zone in der Stefanienstraße bei der Friedrichschule setzt das städtische Ordnungsamt auf mobile Blitzer, um Autofahrer zum Langsamfahren zu zwingen. Foto: Kauffmann

Lahr - Das Schuljahr hat begonnen – und damit steigt die Zahl der jungen Verkehrsteilnehmer wieder sprunghaft an. Um die Unfallrisiken zu minimieren, überwacht die Polizei Schulwege und das Ordnungsamt blitzt verstärkt in der Nähe von Schulen.

 

Lilia Springer steht mit ihrer Tochter am Schlüssel bei der Einmündung zur Hebelstraße. Während sie abbiegende Autos lauernd beobachtet, poltert sie los: "Die heizen hier nur so durch." Jedes Schuljahr anscheinend die gleichen Szenen: Wollten Autofahrer abbiegen, würden sie auch mal auf den Gehweg fahren. Springer ist sauer: "Denen ist egal, ob dort Kinder laufen." Sie mache die Raser auch mal lautstark darauf aufmerksam, wenn diese Kinder mit rasantem Fahrstil gefährden könnten. Und zudem: Die Lage an der Einmündung zur Hebelstraße sei unübersichtlich: "Man sieht die Autos erst, wenn sie um die Ecke kommen", gibt Springer zu bedenken. Und auch umgekehrt sehen die Autofahrer Kinder erst spät. Viele Schüler gingen daher direkt über die Straße – und benutzen den Fußgängerüberweg nicht.

Dessen ungeachtet, sind laut Statistik der Polizei Verkehrsunfälle, in die Schüler auf dem Schulweg verwickelt sind, nicht an der Tagesordnung. Wie Felix Neulinger, Chef des Lahrer Polizeireviers, berichtet, passierten 2016 und 2017 gerade einmal 15 Schulweg-Unfälle. Wie das Polizeipräsidium Offenburg auf Nachfrage unserer Zeitung weiter mitteilt, wird zum Schuljahresbeginn verstärkt das Verhalten von Autofahrern in der Nähe von Bussen oder Fußgängerüberwegen kontrolliert. Außerdem müssten Schüler mit der Überprüfung ihrer Fahrräder rechnen: Funktionieren die Bremsen, Vorder- und Rücklicht?

Nicht nur die Polizei kontrolliert am Anfang des neuen Schuljahres häufiger, die Chefin des Lahrer Ordnungsamts, Lucia Vogt, lässt auf Nachfrage wissen: "Ja, schulanfangsbedingt wird in nächster Zeit häufiger geblitzt. Wir sind aber auch sonst bemüht, Schulen verstärkt einzuplanen." So steht derzeit in der 30er-Zone in der Stefanienstraße bei der Friedrichschule ein mobiler Blitzer. Nur wenige Meter danach, an der Einmündung zur Hebelstraße, markiert ein Zebrastreifen den Weg zum Eingang der Schule.

Solche Stellen sind besonders gefährlich: Die meisten Schulweg-Unfälle in Lahr ereignen sich laut Polizei mit Schülern, die auf dem Rad Kreuzungen queren. Und doch verzeichnet die Polizei für die vergangenen fünf Jahre nur sechs schwer verletzte Schüler (Unfälle gesamt: 45). Getötet wurde aber niemand.

Marion Sütterlin, Vorsitzende des Gesamtelternbeirats: "Ich appelliere an die Vorbildfunktion der Erwachsenen." Diese sollten Schüler auf Fehlverhalten hinweisen. "Es sind nicht immer nur die Autofahrer", stellt Sütterlin klar. Ihr Fazit: "Gegenseitige Rücksichtnahme hilft, den Schulweg sicherer zu machen."

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