Lahr Spaß kommt nicht zu kurz

Lahr - Die Pandemie hat Vieles verändert, auch die traditionelle Ferienfreizeit der Lahrer Kinder. So ist die Stadtranderholung in diesem Sommer vom Lan-genhard in die Stadt verlegt worden, wo sie auf mehrere Standorte verteilt worden ist. Mittwochvormittag auf dem Schlachthof-Areal: Während zwei Jungs auf einem Trampolin springen, werfen sich andere Kinder einen Frisbee zu, spielen Tischkicker oder fertigen an einem Plätzchen im Schatten ein Mosaik an. Zwei weitere Jungs haben sich einen Ball geschnappt, den sie sich im Schlachthof-Saal zukicken. Dass die Ferienfreizeit mitten in der Stadt und nicht wie bisher auf dem Freizeithof Langenhard veranstaltet wird, scheint hier keinen zu stören.

Mehr als 400 Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre nehmen normalerweise an der Stadtranderholung teil, die traditionell in den ersten beiden und letzten beiden Wochen der Sommerferien veranstaltet wird. So viele junge Menschen gemeinsam spielen und feiern zu lassen verbietet sich allerdings in Pandemie-Zeiten. Deshalb hat die Stadt in diesem Jahr das Konzept verändert. Statt einem zentralen Schauplatz gibt es nun neun verschiedene Orte, an denen die Kinder täglich von 8.45 bis gegen 16.30 spielen und sich kreativ betätigen. Dabei kommen die Gruppen mit jeweils rund 20 Kindern miteinander nicht in Berührung, um das Ansteckungsrisiko gering zu halten.

Bürgermeister Guido Schöneboom machte bei einem Pressegespräch deutlich, wie froh er über diese Lösung ist. Im Frühjahr habe die Verwaltung vor der "kniffligen Frage" gestanden, was aus der Stadtranderholung wird, ob sie vielleicht sogar abgesagt werden soll. "Doch viele Kinder können nicht wie gewohnt in Urlaub fahren", betonte Schöneboom. Deshalb habe man alle Anstrengungen unternommen, damit es die Freizeit auch in diesem Sommer gibt. Damit sei Lahr nun sogar eine "Trendsetter", da andere Städte ihre Ferienfreizeiten wegen der Pandemie storniert hätten.

Auch Kinder mit einer Behinderung sind dabei

Trotz der veränderten Bedingungen sind 320 Lahrer Kinder von ihren Eltern angemeldet worden, darunter auch Kinder mit einer Behinderung. Sie treffen sich von Montag bis Freitag außer im Schlachthof zum Beispiel auch auf dem Abenteuerspielplatz bei der Hebelschule, im Hof der Otto-Hahn-Realschule, aber etwa auch beim Vereinsheim des MGV Sulz.

"Einige Kinder vermissen die Natur auf dem Langenhard. Trotzdem genießen sie die Stadtranderholung auch in diesem Jahr", freut sich Sozialarbeiter Heiko Heimburger. Dabei sei es durchaus eine Herausforderung, alles zu organisieren, schließlich müssten Spiel- und Bastelmaterialien zu neun Standorten gefahren werden. Heimburger nennt Partner wie die Ökologiestation, den TuS Reichenbach und SC Lahr, die zum Gelingen der Ferienfreizeit beitragen.

Beim gemeinsamen Spielen müssen die Kinder keine Schutzmaske aufziehen, trotzdem wird auf Hygiene geachtet: Nachdem die Mädchen und Jungen morgens ankommen, werden sie zunächst zum Händewaschen auf die Toilette geschickt.

60 pädagogische Betreuer zwischen 16 und 62 Jahren kümmern sich um die Kinder. Darüber hinaus ist bei der Stadtranderholung bereits für Jugendliche ab 13 Jahren das "Schnuppern als Betreuer" möglich.

Gegen 12 Uhr heißt es "Essen fassen" für die Teilnehmer der Stadtranderholung, wobei das Mittagessen im Dinglinger Haus zubereitet und dann zu den Kindern gefahren wird. In dieser Woche standen bisher Vollkornpasta, Kalbsschnitzel und Käsespätzle auf dem Speiseplan, "Gerichte, die Kindern schmecken", so Heiko Heimburger.

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