Lahr Sparkasse setzt Belohnung von 3000 Euro aus

Die Sparkasse in der Schillerstraße hatte am Tag nach dem Überfall wieder geöffnet. Foto: Schabel

Lahr - Am Tag nach dem Überfall ist die Sparkasse in der Schillerstraße wieder zur Normalität zurückgekehrt. Vom Täter fehlt weiter jede Spur –­ deshalb hat das Geldinstitut eine Belohnung ausgesetzt für Hinweise, die zu seiner Ergreifung führen.

Um 8.30 Uhr am Mittwochmorgen wurden die Glastüren des Lahrer Kundenzentrums der Sparkasse zur Seite geschoben; seither herrscht dort wieder Normalbetrieb. Auch die Kassenbereich ist geöffnet – dort war am Dienstag kurz vor 12 Uhr ein mit einer roten Sturmhaube maskierter Mann aufgetaucht, hatte Sparkassenbeschäftigte mit einer Pistole bedroht und Bargeld gefordert. Zwei Mitarbeiter, eine Frau und ein Mann, blickten in den Lauf der Waffe und händigten dem Bankräuber Geld aus­ – bei der Höhe der Summe halten sich Polizei und Sparkasse weiter bedeckt.

Die beiden Beschäftigten, die der Bankräuber unmittelbar bedrohte, wurden hinterher von psychologischen Ersthelfern – Mitarbeiter, die speziell geschult sind – noch direkt vor Ort betreut. Sie hatten außerdem die Wahl, in den nächsten Tagen daheimzubleiben und sich von dem Schrecken zu erholen. Allerdings haben beide das Angebot der Sparkasse, von der Arbeit freigestellt zu werden, ausgeschlagen – sie sind am Mittwochmorgen wieder zum Dienst erschienen. Das hat Uwe Dohle, Sprecher der Sparkasse Offenburg/Ortenau, auf Nachfrage mitgeteilt. Dohle hat Verständnis für den Wunsch der Kollegen, gleich weiterzumachen – "so kann man das Geschehen vielleicht sogar am besten verarbeiten", ist er überzeugt.

Alle Mitarbeiter werden regelmäßig auf den Fall der Fälle vorbereitet. Dabei setzt die Sparkasse auf Deeskalierung und schult die Mitarbeiter darin, die Ruhe zu bewahren. Oberste Priorität habe stets die Sicherheit der Mitarbeiter und der Kunden, so Dohle.

Es war das erste Überfall auf die Hauptstelle der Sparkasse in Lahr. 2004 und 2017 wurde die Sparkassenfiliale in Lahr-West überfallen. 2017 versuchte ein Unbekannter, die Sparkassenfiliale in Rust auszurauben, flüchtete aber ohne Beute, nachdem der Alarm ausgelöst wurde. Überhaupt sind die Banken an der Rheinschiene besonders betroffen. Ein Banküberfall mitten in der Stadt – das ist dagegen sehr selten.

Erstaunen über den Fluchtweg des Täters

Ungewöhnlich an dem Überfall am Mittwoch war auch der Fluchtweg, den der Täter wählte: In Richtung der östlichen Innenstadt und somit ziemlich genau auf das Polizeirevier zu, von wo ihm bereits Polizisten entgegenkamen. Ob der Bankräuber schlicht kaltblütig war oder sich in Lahr nicht auskannte, darüber ist man sich bei der Polizei noch nicht im Klaren. "Es ist möglich, dass der Täter besonders dreist war, aber auch, dass er ein Ortsfremder ist. Das wissen wir erst, wenn wir ihn gefasst haben", stellt Wolfgang Kramer von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Offenburg fest.

Fakt ist, dass der Bankräuber großes Glück hatte – oder die Polizei großes Pech, wie man’s nimmt. Wäre er nicht in die Obststraße geflüchtet, sondern über die obere Marktstraße und den Urteilsplatz, wäre er den Polizisten direkt in die Arme gelaufen. So konnte er in den Seitenstraßen der östlichen Innenstadt entkommen.

In der Haupthalle der Sparkasse in Lahr ist ein Videosystem installiert, das den Überfall aufgezeichnet hat. Dieses Material wird zurzeit von der Polizei geprüft. Sollte der Täter gut zu sehen sein, könnten die Aufnahmen für eine öffentliche Fahndung freigegeben werden, teilt die Polizei auf Nachfrage mit. Ob es so kommt, stehe noch nicht fest.

Die Sparkasse unterstützt die Fahndung nach dem Unbekannten und hat eine Belohnung von 3000 Euro ausgesetzt. Hinweise nimmt die Polizei unter Telefon 0781/ 21 28 20 entgegen.

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