Lahr Sommertour führt Lahrer SPD in die Gutenbergschule

Die SPD-Besuchergruppe um Roland Hirsch und Walter Caroli (Mitte) ließ sich von Schulleiterin Karin Kussin (links) die Stärken und die Probleme der Gutenbergschule erläutern. Foto: Breuer

Lahr  - Die Gutenbergschule hat dringenden Sanierungsbedarf, wovon sich die Mitglieder des SPD-Ortsvereins beim Auftakt ihrer Sommertour überzeugten. Schulleiterin Karin Kussin führte die Gruppe durchs Gebäude.

Im Keller der Gutenbergeschule hat vor ein paar Jahren das Wasser gestanden, der Putz an den Wänden ist aufgequollen, der Geruch zeugt von unbenutzten Räumen. Karin Kussin nimmt beim Rundgang kein Blatt vor den Mund und zeigt nicht nur die schönen Seiten und Räume ihrer Schule – etwa die Schulküche –, sondern auch sanitäre Anlagen und eben den Keller, die dringenden Sanierungsbedarf haben.

Das Gebäude ist weitläufig und verwinkelt. "Die Größe ist gut und die würden wir auch gern behalten", stellt Kussin klar. Die 170 Kinder mit Förderbedarf besuchen die erste bis neunte Klasse und sind je nach ihrem Alter in verschiedenen Bereichen untergebracht. Normalerweise, erklärt Kussin, ist die Schule für 150 Kinder ausgelegt. Schließlich sollen die Lehrkräfte auch Zeit haben, die einzelnen Schüler zu fördern. Aber: "Lahr wächst und damit auch die Zahl der Kinder mit Förderbedarf", sagt sie.

Neben dem Beratungszentrum gibt es an der Schule auch einen sonderpädagogischen Dienst. "Wenn Lehrkräfte an Regelschulen oder Eltern den Verdacht haben, ein Kind könnte beim Lernen Probleme haben, schicken wir eine unserer Lehrkräfte los." Sie habe zwar nicht genügend Lehrer, entsende aber trotzdem welche in die Schulen der Stadt und des Umlands.

Ziel sei es immer, die Schüler zurück auf die Regelschule zu bringen. Einen Abschluss machen die Kinder an der Gutenbergschule nicht. Aber wer nach der Schule eine Ausbildung macht, was sehr oft in der Gastronomie, im hauswirtschaftlichen Bereich oder Gärtnereien stattfindet, der hat mit Abschluss der Lehrzeit auch den Hauptschulabschluss.

Berufsorientierung startet in Klasse sieben

Dazu haben die Schüler den Anspruch auf einen Platz im Dinglinger Haus oder im Christlichen Jugenddorf in Offenburg. "Die Berufschancen unserer Kinder sind oft besser als die von Schülern mit schlechtem Hauptschulabschluss." Um den passenden Beruf zu finden, gehen auch die Gutenbergschüler ab der siebten Klasse in Praktika. Die Kooperation mit Berufsschulen, Betrieben und mit dem Arbeitsamt zeigten gute Ergebnisse.

Als "total marode" bezeichnete Walter Caroli das Schulgebäude. Silke Kabisch, Leiterin des städtischen Gebäudemanagements, hatte eine Vorplanung dabei, die sie erläuterte. Das Gebäude sei bei der Übernahme 1996 saniert und mit einem Erweiterungsbau vergrößert worden. Von 2009 bis 2011 seien für rund 350 000 Euro neue Fenster eingebaut worden, so Kabisch. Nach dem Unglück von Bad Reichenhall, wo die Decke einer Sporthalle eingestürzt war, nahm die Stadt die Halle der Gutenbergschule unter die Lupe und ließ das Dach sanieren. 1,3 Millionen Euro sind für die Arbeiten von 2014 bis 2023 geplant. Allein die energetische Sanierung werde auf rund 1,1 Millionen veranschlagt.

Ein großes Problem sei die Abschaffung der Grundschulempfehlung, so Senja Töpfer, Leiterin des Amts für Soziales, Schulen und Sport. Da würden viele Kinder in Schulen geschickt, die sie überforderten. Die Lehrerstunden an der Gutenbergschule werden laut Konrektorin Sarah Heitzmann mit zwei Prozent der Kinder mit Förderbedarf berechnet. Lahr steht mittlerweile bei 2,6 Prozent – mehr Lehrerstunden gebe es aber nicht.

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