Lahr "So wichtig wie ein Bus im öffentlichen Nahverkehr"

Gemeinsame Pflanzarbeit (von links): Walter Caroli, Bürgermeister Tilman Petters, Helmut Opitz, Landtagsabgeordnete Sandra Boser (Grüne), Landtagsabgeordneter Markus Rösler (Grüne) und Udo Baum, Vorsitzender Nabu Lahr Foto: Breuer

Lahr (cb) - Vom Fachmann gelernt haben rund 20 Interessierte am Samstag auf dem Langenhard. Der Landtagsabgeordnete Markus Rösler (Grüne) zeigte, wie ein Obstbaum korrekt eingepflanzt und richtig geschnitten wird.

 

Ein Obstbaum sollte, um gut an- und gesund aufwachsen zu können, ein fein gegliedertes Wurzelwerk haben, in der Hälfte der Stammhöhe etwa sieben Zentimeter Durchmesser haben und darf nicht zu tief in den Boden gesetzt werden. Rund fünf Zentimeter sollte die Veredelungsstelle über den Boden herausragen. Das wissen die Naturfreunde spätestens nach Röslers Besuch im Naturerbe Langenhard. Gemeinsam mit seiner Landtagskollegin Sandra Boser, Bürgermeister Tilman Petters, den Nabu-Chefs Udo Baum und Wolfgang Bahr sowie Walter Caroli, der das Naturschutzerbe initiiert hat und maßgeblich betreut, pflanzte Rösler zunächst einen Apfelbaum der 1903 im Oberschwäbischen entdeckten Sorte "Jakob Fischer". Schon beim Einpflanzen begann Rösler mit Erklärungen über Wurzelwerk, Veredelungsstelle, Pflanzloch und Dünger, den man übrigens nicht an einen frisch gepflanzten Baum bringen sollte.

Körperliche Arbeit zeigten Caroli, Rösler und Petters, der mit einem schweren Gewicht den Stützpflock in den Boden rammte, während Boser als Stammhalterin eine gute Figur abgab, bis Rösler das Kokosseil um Pflock und Baum gebunden hatte.

Das Gebiet, das auch ein erstklassiges Baugebiet abgeben würde, wie so mancher im Gemeinderat meine, müsse erhalten bleiben, sagte Petters. "Das hier ist so wichtig wie ein Bus im öffentlichen Personennahverkehr. Es geht darum Nachhaltigkeit zu erhalten und Lebensraum zu schützen." Als das Bäumchen im Boden saß, zückte Rösler auch schon die Gartenschere, um den Ästen zu Leibe zu rücken. Auch hier erklärte er ausführlich, welche Äste stehen bleiben und wo geschnitten werden sollte. Demnach sollten vier Äste übrig bleiben: Ein Leit-Ast, der in der Regel mittig sitzt und drei weitere Äste, die jeweils in eine andere Richtung zeigen. Damit die Äste eher nach unten wachsen und kräftig werden können, empfahl der Natur- und Umweltschützer, den Zweig nicht an einem außen liegenden Trieb zu kappen, sondern einen innen liegenden stehen zu lassen. Dieser würde, wenn er sich entwickelt, den Ast nach außen und eher nach unten drücken. "Alles, was unter der untersten Krone austreibt, wird weggeschnitten", so Rösler.

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