Lahr "Sinnloses Lichterspektakel"

Soll es auch im Zukunft ein Feuerwerk zum Finale der Blumenschau geben? Die Meinungen sind geteilt. Archivfoto: Haid Foto: Lahrer Zeitung

Was meinen Sie zu einem Verzicht auf das Chrysan­thema-Feuerwerk? Diese Frage ist bei unseren Lesern auf ein geteiltes Echo gestoßen. Die einen sind für einen Verzicht, andere wollen am Feuerwerk festhalten.

Lahr. Zum Abschluss der diesjährigen Chrysanthema wird es am Sonntag auf jeden Fall ein Feuerwerk geben; ob das auch in Zukunft so sein wird, ist fraglich: Mehrere Vertreter der Gemeinderatsfraktion haben sich bei einer Umfrage unserer Zeitung aus Klimaschutzgründen für einen Verzicht ausgesprochen (wir haben berichtet). Als Ersatz ist eine Lichtshow nach dem Vorbild anderer Städte denkbar.

Die Lahrer Zeitung wollte von ihren Lesern wissen: Was halten Sie davon? Für Ingrid Karl aus Kippenheimweiler ist die Sache klar: "Ich bin gegen das Feuerwerk zum Abschluss der Chrysanthema." Die Blumenschau sei für Lahr ein Gewinn und brauche keinen "krachenden Abschluss als Höhepunkt". Mittlerweise werde nach jedem größeren Event ein Feuerwerk gezündet, schreibt sie. "Meiner Meinung nach genügt es an Silvester." Patty Rehm geht einen Schritt weiter: "Sollte auf das Feuerwerk zum Abschluss der Chrysanthema (und wahrscheinlich auch zum Lichterfest im Stadtpark alle zwei Jahre) verzichtet werden, dann sollte es auch ein totales Feuerwerkverbot und einen Böllerverzicht am Silvesterabend geben." Die Feinstaubbelastung sei da tausendfach höher, als wenn die Stadt einmal im Jahr ein Feuerwerk ausrichtet.

"Ich bin auch der Meinung, das Feuerwerk abzuschaffen", schreibt Günther Crefeld. Seine Begründung: Auch in Lahr sollte der Klimaschutz an erster Stelle stehen.

"Endlich! Dieses sinnlose (wenn auch schöne) Lichterspektakel passt nicht mehr in die Zeit", schreibt Michael Paul auf der Facebook-Seite der Lahrer Zeitung. "Wenn wir es ernst meinen", müsse endlich Schluss sein mit "Hauptsache, ihr habt Spaß!". Das nächste logische Schritt sei ein Verbot von privatem Feuerwerk an Silvester und dafür ein öffentliches Feuerwerk im Seepark. "Schont die Tiere, die Umwelt, die Stadtreinigung und den Geldbeutel der Leute", fordert er.

"Einerseits wäre es schon besser für Tiere, wenn es generell keine Feuerwerke mehr gäbe. Ich persönlich halte auch nicht viel davon, Geld für das Rumgeknalle zu verpulvern", schreibt ein anderer Leser. Andererseits hätten noch genug Leute Spaß daran, den Jahreswechsel mit einem Feuerwerk zu feiern. "Da der CO2-Ausstoß von Feuerwerken im Vergleich zu Autos, Schiffen, Flugzeugen und Industrie marginal ist, ist ein Verbot Quark", so der Leser, der eine Bürgerbefragung zu dem Thema fordert.

Ein anderer Leser wird deutlich: "So was Bescheuertes. Das macht vielleicht fünf Prozent aus vom ganzen Jahr. Und das soll was an der Umwelt ändern??" "Dann sollen sie lieber drauf verzichten, mit dem Flugzeug in den Urlaub zu fliegen, da ist dann mehr für das Klima getan", schlägt eine andere Feuerwerk-Befürworterin einigen Stadträten vor.

Auch Udo Baum, Vorsitzender des Naturschutzbunds, ist gegen ein Feuerwerk zum Abschluss des Blumenfestivals. "Die ganze Welt spricht von Feinstaub, Kohlendioxid und Lärmbelästigungen", da sollte die Stadt den umweltpolitischen Themen gerecht werden und sich zurückhalten. Das Chrysanthema-Feuerwerk sei ganz klar ein Höhepunkt für die Bevölkerung, so Baum auf Anfrage unserer Zeitung. "Aber eine Lichtschau sieht viel besser aus, macht viel weniger Krach und sorgt für weniger Gestank".

Am ersten Tag des neuen Jahres ist die Feinstaub-Konzentration vielerorts so hoch wie sonst im ganzen Jahr nicht. Nach Angaben des Umweltbundesamts jagen die Deutschen zum Jahreswechsel zwischen 100 und 150 Millionen Euro in die Luft. Dabei werden rund 4500 Tonnen Feinstaub frei gesetzt, diese Menge entspreche in etwa 15,5 Prozent der jährlich im Straßenverkehr abgegebenen Feinstaubmenge. Das Einatmen von Feinstaub gefährdet die Gesundheit, so das Bundesumweltamt. Die Wirkungen reichen von vorübergehenden Beeinträchtigungen der Atemwege über einen erhöhten Medikamentenbedarf bei Asthmatikern bis zu Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Problemen.

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