Lahr Seltene Flötentöne

"Flauto Consort" aus Freiburg begeisterten beim Konzert in der Musikschule in Lahr die Zuhörer. Dabei brachten sie Instrumente von der Sopran- bis zur Bassflöte zum Klingen. Foto: Baublies Foto: Lahrer Zeitung

Von Endrik Baublies

Lahr. Ihre Leidenschaft sind Flöten und – dazu passend – die Musik des frühen Barocks und der Renaissance. "Flauto Consort", ein Sextett aus Freiburg, hat in der Musikschule das Konzert "In Dulci Jubilo" gegeben.

Annabelle Cavalli, die hauptsächlich Sopran und Altflöte spielt, ist Lehrerin an der Lahrer Musikschule. Sie begrüßte die – zumindest am Samstagvormittag überschaubare Zahl – Gäste. Diese bekamen eine interessante Abwechslung von den derzeit häufig zu hörenden Weihnachtsliedern geboten.

Die Instrumente – von der Sopran- bis zur knapp zwei Meter hohen Bassflöte – klangen weich, voll und mitunter melancholisch. Das Sextett besteht aus fünf Flötistinnen: Natalie Unruh, Gertrud Langenfeld, Annabelle Cavalli, Marine Madelin (auch Gesang), Viola Grömminger und Johanna Weber. Die Stimmen ergänzt Perkussionist Michael Beilschmidt.

Die Töne der Holzinstrumente und die Harmonien der frühneuzeitlichen Musik ergänzten sich bei dem Konzert sehr gut. Das Sextett sorgte mit Masken und einem durch inszenierten Lockruf der Flöten für einen spannungsvollen Auftritt.

Eine "Bravade & Buffons" zeigte, was eine Soloflöte vermag. Ein "tiefer Block", die hohe Stimme hatte hier die Altflöte, zeigte die Vielfältigkeit der Renaissancemusik und ihre Modernität. Das Sextett spielte eine "Pavane" und eine "Almain", damals beliebte Tänze an europäischen Höfen. Hier ergänzten sich – auch das ein Merkmal der Renaissance – Fröhlichkeit und Melancholie. Bei "Vestiva in Callo", eine Komposition von Francesco Taeggio und Giovanni di Palstrina, sang Medelin die Melodie, ergänzt durch zwei Flöten. Anschließend verzierten die Flöten mit den Trommeln das Thema reichhaltig. Bei "In Dulci Jubilo" zeigten die Flöten – was ein Verdienst der Spielerinnen ist – ganz eigene und unnachahmliche Stimmen. Eine "süße Freude" (die Übersetzung) war es nicht, aber ein schöner und seltener Hörgenuss.

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