Wegen Bau des Regenüberlaufbeckens Schützengesellschaft liegt mit Stadtverwaltung im Streit

Autofahrer, die ans Schützenhaus wollen, müssen über einen unbefestigten Weg fahren, auf dem teils hohes Gras gewachsen ist. Foto: Schabel

Lahr - Jürgen Fischer, Pressewart der Schützengesellschaft Lahr, moniert in einem Schreiben an die Medien, dass der Verein von der Stadt im Stich gelassen werde. Konkret geht es um die Großbaustelle an der Dammenmühle – dort entsteht ein Regenüberlaufbecken­ –, die böse Auswirkungen auf das benachbarte Vereinsheim habe.

Die Feuerwehrzufahrt zum Schützenhaus sei nicht mehr nutzbar, so Fischer, der diesen Vorwurf mit Fotos belegt. Sie zeigen, wie die Zufahrt von einem weißen Baucontainer und einem Betonsockel zugestellt wird. Jedoch: Beim Besuch des Textautors vor Ort am Mittwoch waren der Container und der Betonsockel nicht mehr zu sehen.

Die Zufahrt sei blockiert gewesen, seit Januar, heißt es in dem Schreiben des Vereins. Darüber habe ein Vereinsmitglied die Stadtverwaltung zeitnah informiert, ohne dass etwas passiert sei, teilt Fischer mit. "Ende Mai wurde festgestellt, dass die Feuerwehrzufahrt immer noch blockiert ist", betont der Pressewart der Schützengesellschaft. Dabei werde die Zufahrt aufgrund der geplanten Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs für Warenlieferungen und die Anreise älterer sowie teils gehbehinderter Mitglieder benötigt. "Die Baustellenlaster haben einen geschotterten Weg zur der Baustelle. Den Vereinsmitgliedern wird zugemutet, über ein unbefestigtes Rasenstück mit stromführenden Leitungen zu gehen beziehungsweise zu fahren", moniert Fischer.

Aus Sicht der Schützengesellschaft ist es nicht das einzige Ärgernis. Denn der Vorstand habe festgestellt, "dass die vereinseigenen Gebäude durch Arbeiten auf dem Nachbargrundstück dermaßen beschädigt wurden, dass der Regen Spuren hinterlassen hat".

Verein wirft der Stadt Untätigkeit vor

Der Stadtverwaltung wirft Fischer Untätigkeit vor. So sei die SG zu Beginn der Bauarbeiten über die Sperrung der Feuerwehrzufahrt nicht informiert worden. Auch die Beschädigungen am Schützenaus seien dem Verein nicht gemeldet worden. "Die Verantwortlichen der SG sind sich einig, dass ein solches Verhalten der Stadtverwaltung nicht akzeptabel ist", so Fischer.

Unsere Redaktion hat die Verwaltung mit den Vorwürfen des Vereins konfrontiert. Die Antwort: Direkt nach der Brücke über den Sulzbach bestehe eine provisorische unbefestigte Zufahrt über ein Privatgrundstück zum Schützenhaus. "Diese war während der gesamten Bauzeit aus unserer Sicht und auch auf Nachfrage bei der ausführenden Firma jederzeit uneingeschränkt nutzbar. Um eine Feuerwehrzufahrt handelt es sich nicht", erwidert die Stadt. Dass am Schützenhaus Schäden entstanden sein sollen, habe man erst über die Mitteilung der Schützengesellschaft vom 7. Juni erfahren.

Bürgermeister Guido Schöneboom hat in einem Gespräch mit unserer Redaktion aus seiner Verärgerung über die laute Klage des Vereins keinen Hehl gemacht. Der Protest sei in dieser Tonlage "völlig überzogen". Dabei bedauere er es, wenn es nach der ersten Anfrage des Vereins im Januar keine Reaktion der Stadt gegeben haben sollte. Nach einem weiteren Vorstoß der Schützengesellschaft am 2. Juni bei der Stadt habe er der Schützengesellschaft aber ein Treffen angeboten. Deshalb hält Schöneboom es für keinen guten Stil von Vereinsseite, die Stadt dann noch öffentlich in dieser Schärfe zu kritisieren.

Wie geht es weiter? Man sei gern bereit, die Schäden in der kommenden Woche gemeinsam zu sichten und die Zufahrt zu klären, teilt die Stadt mit. Dafür habe man der Schützengesellschaft per E-Mail drei Termine vorgeschlagen und um Rückmeldung gebeten.

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