Lahr Schritt für Schritt in Richtung Normalität

Sofie Riester vom RV Ichenheim beim Wettkampf in der Ichenheimer Reithalle. Zum Training dürfen geschlossene Halle derzeit noch nicht verwendet werden. Beim Verband hofft man, dass sich das bald ändert. Foto: Künstle Foto: Lahrer Zeitung

Nach wie vor hat der Pferdesport auch in Südbaden mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu kämpfen. Erste vorsichtige Schritte zurück zu einer Art "Normalität" wurden unternommen, doch angesichts weiterhin einzuhaltender Vorgaben kann von gewohntem Tagesgeschäft längst nicht die Rede sein. "Dass unter Einhaltung der Vorgaben in Baden-Württemberg seit 11. Mai wieder mit Pferden trainiert und unterrichtet werden kann, ist zu begrüßen. Allerdings muss auch der zusätzliche Aufwand hinsichtlich Dokumentation betrachtet werden. Das ist notwendig, um mögliche Infektionsketten nachvollziehbar zu machen", erklärt Martin Frenk aus Schwanau, Geschäftsführer des Pferdesportverbands Südbaden.

Das bedeutet: Gemäß Vorgaben der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) ist Reiten in Gruppen von maximal fünf Personen wieder erlaubt, sofern Auflagen eingehalten werden. Dazu gehört auch die Benennung einer verantwortlichen Person und eine Dokumentation der Teilnehmer.

Konkrete Termine gibt es noch nicht

Thema bleibt weiterhin die Reithallen. Hierzu heißt es bei der FN: "Geschlossene Reithallen dürfen zu Trainings- und Übungszwecken nicht genutzt werden. Reithallen, die an den Seiten offen sind und deren Durchlüftung dementsprechend vergleichbar sind mit Freiluftreitplätzen, dürfen zu Trainings- und Übungszwecken betrieben werden." Zwar sollen sich in kommenden Vorgaben auch hier Lockerungen ergeben. Konkrete Termine stehen aber noch nicht fest. "Für Erwachsene wäre das Thema im Sommer weniger ein Problem, aber mit Kindern und Jugendlichen kann man nicht einfach in die Landschaft hinaus reiten. Dafür wäre ein zumindest begrenzter Betrieb in Reithallen wichtig", erläutert Frenk. Gerade dieses Thema sei in den vergangenen zwei, drei Wochen – auch hinsichtlich Anfragen von Vereinen – auf der Prioritätenliste weit oben gestanden.

Der Geschäftsführer berichtet von "guten, konstruktiven Gesprächen" mit CDU-Staatssekretär Volker Schebesta und anderen Vertretern des Kultusministeriums. Frenk sei verstärkter Einsatz für weitere Spielräume in Verordnungen und Gespräche mit Verordnungsbehörden zugesagt worden. Problematisch bleibe, wie unterschiedlich Vorgaben zum Teil weiterhin in den Kommunen umgesetzt würden. "Wenn in Nachbargemeinden zum Teil trainiert werden darf, zum Teil aber nicht, dann ist das schon ein Problem", gibt Frenk zu verstehen.

Ein weiteres Problem bleiben fehlende Sportveranstaltungen aus Sicht der Vereine. Aktuell wird langsam mit so genannten, rein intern abzuhaltenden "Trainingstagen" begonnen. "Diese müssen allerdings behördlich genehmigt sein und dürfen nur im Profisport stattfinden", schränkt Frenk ein. Es sei derzeit nicht seriös zu sagen, ob das Format auch auf den Amateursport herunter zu brechen sei.

Verband will seine Vereine unterstützen

Aus Verbandssicht sei festzustellen, dass einige Vereine zwar staatliche Soforthilfe beantragten, bisher jedoch keiner Pandemie-bedingt ans Existenzminimum geriet. "Mittelfristig sollte sich die Situation allmählich wieder stabilisieren", erwartet Geschäftsführer Frenk. Seitens des südbadischen Verbands ist fest ins Auge gefasst, die Vereine zu unterstützen. Wie und in welcher konkreten Form, muss noch besprochen werden, da Vorstandssitzungen infolge der Pandemie länger nicht mehr stattfinden konnten. Und auch seitens des badischen Sportbunds (BSB), in dem sich Frenk ebenfalls engagiert, sei im Verbund mit Landessportbund und Kultusministerium im Gespräch, für Vereine eine Art "Rettungsschirm" aufzuspannen. Zunächst werden die weiteren Entwicklungen jedoch erst mal beobachtet.

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