Lahr Schiris brechen zwei Partien ab

Der Schiedsrichter der Partie TGB Lahr gegen ASV Nordrach verteilte in Halbzeit eins an die Lahrer drei rote Karten und brach in der Pause das Spiel am Sonntag in der Kreisliga B Staffel III ab. Symbolfoto: Weigel Foto: Lahrer Zeitung

Zwei Spielabbrüche am Wochenende werden wohl bald die Sportgerichte des Bezirks beschäftigen. Der Grund in beiden Fällen waren verbale Entgleisungen gegenüber den Schiedsrichtern, die daraufhin das Spiel vorzeitig abgebrochen haben.

Sieben gelbe Karten, zweimal gelb-rot sowie einmal glatt Rot – so lautet die Bilanz der ersten Halbzeit der Partie in der Kreisliga B Staffel III zwischen der TGB Lahr und dem ASV Nordrach. 2:1 stand es zur Pause für die Gäste aus Nordrach, zu einem zweiten Durchgang kam es nicht mehr, der Schiedsrichter hatte die Partie abgebrochen.

  Schiedsrichter-Chef hat Verständnis für Kollegen: Der Unparteiische habe sich durch Zuschauer bedroht gefühlt, erklärte der Bezirksschiedsrichter-Obmann Wilfried Pertschy nach einem Gespräch mit dem Schiedsrichter. Daraufhin habe der Unparteiische nach der Halbzeit das Spiel abgebrochen. "Gewalt oder Drohungen gegen Schiedsrichter geht gar nicht", zeigte Pertschy am Dienstagvormittag im Gespräch mit der Lahrer Zeitung Verständnis für die Entscheidung des Unparteiischen.

  TGB sieht sich verpfiffen und hofft auf Wiederholungsspiel: Etwas anders hat es Halil Örücü, Trainer des TGB Lahr, gesehen. Er berichtet auf Nachfrage von mehreren aus seiner Sicht fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen, die auch zu den Gegentoren geführt hätten. Zudem seien die Platzverweise – einer davon für den Ersatztorwart, der in der Pause mit dem Schiedsrichter gesprochen habe – aus TGB-Sicht nicht gerechtfertigt gewesen. Zusammengefasst habe man sich verpfiffen gefühlt, so Örücü. Handgreiflichkeiten gegen den Schiedsrichter habe es aber nicht gegeben – weder durch Lahrer Spieler noch durch Zuschauer, sagt der Trainer.

Der Auslöser für den Abbruch war aus seiner Sicht, dass ihn einer seiner Spieler gefragt habe, ob man das Spiel nicht abbrechen solle. Daraufhin sei der Unparteiische, der in der Nähe gestanden und das gehört habe, zur Tat geschritten, sagt Örücü. Man habe nun eine Stellungnahme zu der Sache beim Bezirk eingereicht. "Ich hoffe auf ein Wiederholungsspiel", so der TGB-Trainer.

  In der Pause soll es zum Menschenauflauf gekommen sein: Inwieweit die Schiedsrichter-Entscheidungen richtig oder falsch gewesen seinen, könne und wolle er nicht beurteilen, sagt Pertschy. Ihm sei allerdings berichtet worden, dass es in der Pause auf dem Weg in die Kabine zumindest einem Menschenauflauf in der Nähe des Unparteiischen gegeben habe. Dadurch habe sich der Schiedsrichter bedroht gefühlt und die Entscheidung zum Abbruch getroffen, so Pertschy. "Nichts rechtfertigt so ein Verhalten", sagt er über die Situation am Sonntag in Lahr.   In Zell ruft Schiedsrichter nach dem Spiel die Polizei: Bereits am Tag zuvor hatte es in der Staffel VI der Kreisliga B einen ähnlichen Vorfall gegeben. Der Schiedsrichter der Partie Zeller FV II gegen VfR Elgersweier II hatte das Spiel in der Nachspielzeit der zweiten Hälfte beim Stand von 3:0 aus VfR-Sicht abgebrochen. Vorausgegangen waren dem Abbruch laut Obmann Pertschy verbale Entgleisungen vonseiten der Zuschauer. Der Unparteiische fühlte sich davon dermaßen bedroht, dass er nach der Partie aus der Kabine heraus die Polizei rief, so Pertschy. Das bestätigte ein Polizeisprecher auf Nachfrage, eine Anzeige sei aber am Samstag aber nicht entgegengenommen worden.

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