Lahr Schickt Politik den Sport in die Winterpause?

Die Augen der Sportfunktionäre gehen heute nach Berlin: Denn wenn Kanzlerin und Ministerpräsidenten den Teil-Lockdown verlängern, geht der Sport wohl in die vorzeitige Winterpause. Erste Verbände haben das schon von sich aus entschieden.

Als am Sonntagabend die großen Nachrichtenseiten mehr oder weniger zeitgleich von der Beschlussvorlage für die heutige Ministerpräsidentenkonferenz berichtet haben, dürfte das auch bei Funktionären der verschiedenen Sportverbände auf Interesse gestoßen sein. Denn von den Beratungen von Kanzlerin und den Ministerpräsidenten ist abhängig, wie es mit dem Amateursport, der seit 2. November ausgesetzt ist, weitergehen kann. Eine gute Nachricht war es jedoch nicht, die da am Sonntag die Runde machte. Denn die derzeitig geltenden Beschränkungen sollen bis mindestens 20. Dezember verlängert werden, für den Sportbetrieb wäre das gleichbedeutend mit der Winterpause, in die sich die ersten Verbände bereits vor den Bund-Länder-Beratungen verabschiedet haben. Ein Überblick.

Fußball

Schon seit einigen Tagen ist klar, dass in diesem Jahr kein Ball mehr rollen wird. Wie es 2021 weitergeht, ist derzeit noch offen. Dass die Runde regulär mit teilweise mehr als 30 Spieltagen über die Bühne gebracht werden kann, darf bezweifelt werden. Ausnahme ist noch die Regionalliga Südwest, in der der Bahlinger SC spielt. Je nachdem, ob die Teams aus Rheinland-Pfalz ab dem 1. Dezember trainieren dürfen, wären in der vierten Liga noch Spiele im Dezember möglich. Die Oberligisten hätten jedoch bei einer Verlängerung der Corona-Maßnahmen Winterpause.

Handball

Mitte November hatte der Südbadische Handballverband (SHV) verkündet, dass die Saison – wenn möglich – am 12./13. Dezember fortgesetzt werden soll. Schon in der vergangenen Woche hatte jedoch SHV-Vizepräsident Ansgar Huck sich mit Blick auf die aktuelle Lage und die behördlichen Vorgaben skeptisch geäußert. Damit dürfte er wohl Recht behalten. Aufgrund der Zwangspause dürfte in den SHV-Ligen die Endrunde kürzer werden. Welchen Modus die Oberliga wählt, ist dagegen noch offen. In einer Vorstandssitzung wurde das Thema besprochen, die Ergebnisse sollen jedoch erst nach den politischen Entscheidungen öffentlich gemacht werden.

Tischtennis

Im Bereich von Tischtennis Baden-Württemberg geht die Saison frühestens im Januar weiter. Zudem wurde entschieden, dass nur eine einfache Runde absolviert wird. Dieser Modus wird auch für Oberliga sowie Regionalliga angewendet. Auch diese Ligen werden wohl erst im neuen Jahr wieder an die Platte gehen können. Offen ist noch, wann und wie es für Zweitligist DJK Offenburg weitergeht.

Hockey

In der 2. Verbandsliga will der HC Lahr in der Hallensaison an den Start gehen. Zuletzt hatte der Verband den 12./13. Dezember als möglichen Starttermin genannt. Der Saisonstart wird nun wohl ins neue Jahr verschoben, schon vor geraumer Zeit hatte sich HC-Trainer Jochen Bornemann eine ausreichende Vorbereitungszeit für die Hallensaison gewünscht.

Volleyball

Florian Scheuer, Trainer des VC Offenburg, hatte es bereits vergangene Woche geahnt. Nachdem für die dritte Liga der 5. Dezember als Re-Start-Datum genannt wurde, hatte er sich dazu skeptisch geäußert und bezweifelt, dass 2020 noch mal gespielt werden darf. Die heutigen Beratungen von Merkel und Co. dürften ihm wohl Recht geben. Klar ist auf jeden Fall schon, dass nach einer Vorrunde Play-offs gespielt werden sollen.

Sportkegeln

Die Zweitliga-Spieler des SKC Hugsweier wissen noch nicht so richtig, wie es weitergeht. Bislang ist die Runde nur bis Ende November unterbrochen. Je nach Öffnung der Sportanlagen könne man am 5./6. Dezember wieder spielen, heißt es auf der Seite des Verbands. Dieses Datum dürfte bei einer Verlängerung des Teil-Lockdowns nicht zu halten sein. Auch beim Sportkegler- und Bowling-Verband Südbaden ist derzeit der Plan B im Gespräch, dass man erst im neuen Jahr wieder mit dem Spielbetrieb weitermacht.

Tennis

Ganz und gar nicht zufrieden mit den Regelungen im November war man beim Badischen Tennisverband (BTV). Der Grund: Nur zwei Personen dürfen laut Landesregierung in eine Tennishalle. Beim BTV hingegen vertritt man die Ansicht, dass zwei Personen pro Platz ebenfalls funktionieren sollten. Ob von politischer Seite Lockerungen in Puncto Tennishalle zu erwarten sind, ist derzeit noch unklar

Jugendsport

In einem offenen Brief an die Ministerpräsidentenkonferenz hatten sich zuletzt Sportverbände für eine schnelle Rückkehr zum Sportbetrieb ausgesprochen. Vor allem im Jugendbereich hatte man auf die Wichtigkeit der Bewegung hingewiesen. Ob in diesem Punkt Lockerungen geplant sind, ist noch offen.

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