Lahr Schaeffler-Konzern will in Lahr jetzt doch Stellen abbauen

Die Lahrer Schaeffler-Beschäftigten hatten bereits Anfang April gegen den Sparkurs des Konzerns demonstriert und Solidarität mit den anderen Standorten gezeigt. Archivfoto: Sadowski Foto: Lahrer Zeitung

Lahr. Werden im Schaeffler-Werk in Lahr jetzt doch Stellen abgebaut? Die Konzernsprecherin sagt ja, nur die Größenordnung stehe noch nicht fest. Der Lahrer Betriebsratsvorsitzende Volker Barthruff sagt dagegen: "Da ist überhaupt noch nichts spruchreif."

Am Donnerstag hat die Zentrale des Auto- und Industriezulieferers in Herzogenaurach bestätigt, dass in den Werken in Deutschschland bis zu 1300 weitere Arbeitsplätze abgebaut werden sollen. Bereits im März hatte Schaeffler den Abbau von 900 Stellen in Europa angekündigt, 700 davon in Deutschland (wir haben berichtet). Damals war das Lahrer Werk nicht betroffen. Laut Konzern hat sich das jetzt geändert: Schaeffler-Sprecherin Bettina Lichtenberg sagte auf Anfrage unserer Zeitung, dass alle deutschen Schaeffler-Werke von dem zusätzlichen Stellenabbau betroffen sind, damit auch das Lahrer Werk. Wie viele Stellen konkret gestrichen werden sollen, darüber konnte Lichtenberg noch keine Aussagen machen. Beim Stellenbau herrsche das Prinzip der doppelten Freiwilligkeit, betonte die Sprecherin. Das bedeutet, dass Mitarbeiter und Unternehmen mit dem Ausscheiden aus dem Unternehmen und den Konditionen einverstanden sein müssen. Im Lahrer Schaeffler-Werk sind derzeit rund 1400 Mitarbeiter beschäftigt.

Der Betriebsratsvorsitzende des Lahrer Werks zeigte sich überrascht über die Ankündigung der Konzernsprecherin: Weder dem Betriebsrat noch der Werks- und Personalleitung in Lahr lägen entsprechende Informationen vor. Barthruff warnte davor, bei den Beschäftigten "zusätzliche Ängste zu schüren". "Wir haben zurzeit eine volle Auslastung, und auch für das kommende Jahr ist keine Kurzarbeit zu erwarten", so Barthruff. "Bis dato bin ich zuversichtlich", betonte er.

Barthruff verwies außerdem auf die Vereinbarung zwischen Konzernleitung und Betriebsrat, wonach es keine betriebsbedingten Kündigungen, keine Standortschließungen und auch keine weitere Verlagerung von Teilen der Produktion nach Osteuropa geben werde. Was den bereits im März verkündeten Stellenabbau angelangt, werde man weiter Druck aufbauen und dafür sorgen, dass die Reduzierungen an allen Standorten sozialverträglich erfolgen, betonte Barthruff.

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