Lahr Scaramouche-Film wird Wirklichkeit

Da waren die Haare noch länger: Gitarrist Gert Endres bei einem Konzert der Lahrer Formation Scaramouche Foto: Archiv Foto: Lahrer Zeitung

Rockmusik-Fans dürfen sich auf eine Kinodokumentation besonderer Art freut: Der Film über die frühere Lahrer Band Scaramouche wird gedreht. Das haben Pirmin und Maik Styrnol angekündigt.

Lahr (red/sm). Seit mehr als zwei Monaten recherchiert das Lahrer "Punchline Studio" für eine Filmproduktion, die in der Region große Resonanz hervorgerufen hat. Seit Herbst 2018 suchten die Brüder Pirmin und Maik Styrnol nach Video- und Bildmaterial über Scaramouche. Bis Weihnachten wollten die Styrnol-Brüder gemeinsam mit ihrem Produzenten David Tabellion eine Entscheidung über die wichtigste Frage fällen: Gibt es genügend Archivmaterial für eine abendfüllende Kino-Dokumentation? In einer Pressemitteilung verkündeten sie nun: Ja, das gibt es. Der Film wird produziert. Nun gehe es um das Finden von Sponsoren.

"Wir sind von der Mithilfe der Region wirklich überwältigt", freut sich Pirmin Styrnol, der den Film als Regisseur verantworten wird. "Mittlerweile haben wir so viele Reaktionen erhalten, dass wir guten Gewissens gar keinen Rückzieher mehr machen könnten", verweist er auf Kisten voller Zeitungs-Artikel und Fotomaterial. " Auch Videomaterial sei mittlerweile vorhanden. "Das ist zwar noch die größte Baustelle, aber auch hier haben wir tolle Aufnahmen erhalten.“ Von Live-Auftritten im Freiburger Jazzhaus 2001, über das von Stefanie Tücking moderierte Daytona-Festival auf dem Lahrer Flugplatz (1997) bis zu einem Auftritt im "Oktan" in Emmendingen (1994), von großen Bühnen bis hin zu kleinen – und auch von der Vorgängerband Acres Wild sei vieles dabei. Neben Bildmaterial von Scaramouche, die von 1993 bis 2001 in ganz Deutschland auftraten, freuen sich die Filmemacher auch über gesammelte Werke vieler anderer Bands aus der Region.

Auch andere Gruppen aus Lahr sind zu sehen

"Es ist großartig zu hören, was für eine unfassbare Qualität die Musikszene in Lahr in den 80er- und 90er-Jahren hatte und häufig auch heute noch hat", sagt Maik Styrnol, der selbst als Filmmusik-Komponist arbeitet und den Film in dieser Hinsicht leiten wird. Musik und Filmsequenzen der Bands Secret Combination, Daddy Dirty, Sammelsurium, The Jaded und viele weitere sind deshalb fest für den Film eingeplant. "Wir wollen ja auch etwas über die Zeit und die Stimmung ›von damals‹ erzählen. Und da gehören diese tollen Bands natürlich dazu. Dass wir von den Musikern bislang nur positive Resonanz erhalten haben, ist die halbe Miete für den Film."

Die andere Hälfte sei jetzt die Finanzierung und Sponsorensuche. Darüber wird sich hauptsächlich Produzent David Tabellion Gedanken machen: "Wir bauen auch hier weiterhin auf die Region", erklärt er. "Wir möchten einen Film aus der Region für die Region produzieren – und werden uns mit dieser Maßgabe jetzt an die Sponsorensuche machen."

"Scaramouche war keine Dorfband – das war Musik für große Hallen. Und genauso möchten wir den Film produzieren", erklärt Pirmin Styrnol. "So eine Musikdoku muss richtig krachen. Wir freuen uns schon riesig darauf, endlich loszulegen."

Als nächstes plant das Film-Team einer eigene Homepage zum Film. Ziel ist eine weltweite Vermarktung über Film-Festivals. Kein Neuland für das noch junge Punchline Studio, war doch bereits die erste Doku-Produktion "Winter in Lviv" ein Festival-Erfolg. Auch der zweite Film "Für ein Lächeln…" startete vor einer Woche mit einer Nominierung bei den Bamberger Kurzfilmtagen ins Festival-Jahr.

Scaramouche entstand 1993 als Nachfolgeband der in Lahr bereits bekannten Formation Acres Wild. Bereits 1995 veröffentlichte Scaramouche, bestehend aus den Brüdern Frank Vetter (Gesang, Keyboard) und Marc Vetter (Schlagzeug, Gesang), Gert Endres (Gitarre, Gesang) und Thomas Schwendemann (Bass, Gesang) ihr erstes Studioalbum "Born in December". Das Album wurde zum Überraschungserfolg, die Band erhielt einen Plattenvertrag und wurde vielfach im Radio und Fernsehen gespielt. Die erste Single "Jeans Song" erhielt den Status "Single des Monats" von Warner Music. Es folgten die Alben "The Bigger The Better" (1996) und "Belle" (1999). 2001 löste sich die Band trotz weiterhin guter Musikkritiken auf.

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