Lahr SC Lahr zaubert an der Grenze

Lahrs zweifacher Torschütze Ousman Bojang drehte in der zweiten Hälfte richtig auf. Foto: Klaus Foto: Lahrer Zeitung

Der SC Lahr hat mit einem Kantersieg ein dickes Ausrufezeichen im Abstiegskampf gesetzt. Mit 4:0 besiegte die Dewes-Elf Kellerkonkurrent Lörrach-Brombach. Der Offenburger FV tat sich beim 2:1 in Denzlingen dagegen lange schwer.

FV Lörrach-Brombach - SC Lahr 0:4 (0:0). In der Halbzeitpause hatten selbst die Fans der Hausherren im Sportpark Grütt nur lobende Worte für den Auftritt des Sportclubs übrig. "Sie sind schneller und ballsicherer als wir", klang es anerkennend von einer Gruppe von FV-Anhängern. Und dies beim Stande von 0:0 wohlgemerkt. "Wenn deren Stürmer das Ding gleich am Anfang reingemacht hätte, würde es jetzt bestimmt schon 0:4 stehen", spekulierten die Männer mit den rot-weißen Schals. Die besagte Chance hatte Lahrs Stürmer Martin Weschle bereits nach wenigen Sekunden. Doch der 31-Jährige traf nur den linken Pfosten. "Ich habe den Ball leider nicht richtig getroffen und dann sprang der Ball auch nicht optimal zurück, sodass wir ihn noch hätten verwerten können", erklärte Weschle die Szene nach 30 Sekunden.

Wenige Minuten später hätten Weschle und Co. fast die Quittung kassiert für die Nachlässigkeit, nachdem Simon Witt (gerade noch) im Strafraum völlig unnötig seinen Gegenspieler von den Beinen geholt hatte. Doch Jonas Witt im Tor der Gäste machte den Aussetzer seines Bruders wieder wett. Den fälligen Strafstoß parierte der Keeper überragend mit dem linken Arm. Schütze Daniel Briegel hatte bei seinem harten Schuss direkt in die Mitte darauf spekuliert, dass sich Witt für eine Ecke entscheiden würde, doch der SC-Torhüter war einfach stehen geblieben. "Ich weiß nicht, wie er das immer macht", zollte Weschle seinem Schlussmann nach dem Abpfiff Respekt. "Im Training hält er von zehn Elfmetern sechs. Er bleibt immer lange stehen und hat eine super Reaktion", nennt Weschle dann doch noch Witts Erfolgsrezept. Es sollte die einzige richtige Möglichkeit für den abstiegsbedrohten Gastgeber an diesem Abend bleiben. Denn in der Folge spielte nur noch der Sportclub. Ein Tor von Ousman Bojang nach feiner Vorarbeit von Fries wurde aufgrund einer knappen Abseitsstellung allerdings nicht anerkannt (29.). Und auch die Versuche von Harim Makaya (30. über das Tor) und Weschle (40. Torwart pariert) fanden ihren Weg nicht ins Ziel, weshalb es mit einem für Lörrach schmeichelhaften 0:0 in die Kabine ging.

Nach dem Wechsel war es dann erneut Violand Kerrelaj, der den Dosenöffner spielte. In der 57. Minute traf der Matchwinner vom Sieg gegen Endingen zum 1:0. Zuvor war Bojang bei einer Doppelchance zunächst mit dem Kopf und dann mit dem Fuß aus nächster Nähe am starken Marc Philipp im Lörracher Gehäuse gescheitert. Doch Kerrelaj schaltete schnell und verwandelte den Abpraller mit einem trockenen Schuss ins rechte Eck zur Gästeführung. "Ich darf jetzt endlich weiter vorne spielen, wo ich mich wohler fühle", begründete der Biberacher seinen plötzlichen Torriecher. "Ich bin torgefährlich. Ich hoffe, der Trainer erkennt das auch", hofft Kerrelaj auf weitere Einsätze an vorderster Front.

Ousman Bojang zündet den Turbo

Das 2:0 der Gäste war dann ein Treffer zum Zunge schnalzen. Auf Höhe der Mittellinie war Bojang auf der rechten Außenbahn an den Ball gekommen, hatte auf den Weg in den Strafraum den Turbo angeworfen, zwei Gegenspieler spielend leicht abgeschüttelt und aus spitzem Winkel verwandelt (70.). Es war bereit das vierte Saisontor für den Winterneuzugang aus Sulz. Doch es sollte nicht sein letztes an diesem Tag bleiben. Nur fünf Minuten nach seinem Tor legte Bojang nach Vorlage des kurz zuvor eingewechselten Dennis Häußermann noch das 3:0 für den Sportclub nach (75.). Doch einen Treffer hatten die Gäste noch auf Lager. In der 80. Minute belohnte sich der agile Rachid Gueddin für seine gute Leistung mit einem herrlichen Distanztreffer zum 4:0. "Wir hatten heute den größeren Willen als Lörrach. Die letzten Siege haben uns Selbstvertrauen gegeben", freute sich SC-Coach Oliver Dewes nach dem Spiel über den couragierten Auftritt seiner Mannschaft: "Das 2:0 war die Vorentscheidung. Danach waren wir extrem griffig." SC: J. Witt - S. Witt, Burgert, Neumaier, Fries, Gueddin, Kerrelaj (79. Gürsoy), Wirth (82. Lögler), Bojang, Weschle, Makaya (72. Häußermann). Tore: 0:1 Kerrelaj (57.), 0:2, 0:3 Bojang (70./75.), 0:4 Gueddin (81.) FV Denzlingen - Offenburger FV 1:2 (1:1). Auch wenn für den OFV der Aufstiegszug schon drei Haltestellen weiter ist, der Relegationsplatz wohl nicht mehr zu erreichen sein dürfte, will die Kneuker-Elf die Saison auf dem dritten Rang beenden. Dazu wollten die Ortenauer den Schwung aus dem Derby-Sieg gegen Kehl mitnehmen und beim abstiegsgefährdeten FC Denzlingen nachlegen. Doch die Hausherren erwischten den besseren Start. Bereits nach fünf Minuten brachte FC-Stürmer Jan Torres seine Farben per Freistoß mit 1:0 in Front.

Und es kam noch schlimmer für die bis dahin schwachen Offenburger. Nach einer Viertelstunde verletzte sich OFV-Youngster Jacob Harter am Knie und musste ausgewechselt werden. Für ihn kam Eimen Kelbi. Doch aus dem Nichts dann doch noch der Ausgleich für die Gäste: Unmittelbar vor der Halbzeit traf Kapitän Marco Petereit zum 1:1. In seiner Halbzeitansprache schien Florian Kneuker die richtigen Worte gefunden zu haben, denn der OFV erhöhte zumindest ein wenig die Schlagzahl, ohne sich allerdings echte Chancen herauszuspielen. Bis zum umjubelten Siegtor durch Lukas Martin (81.) nach schöner Vorarbeit von Petereit sollte es deshalb auch noch eine ganze Weile dauern. Zu diesem Zeitpunkt spielten die Gäste nur noch zu zehnt, nachdem Luca Ernst wegen wiederholtem Foulspiel mit Gelb-Rot vom Platz geschickt worden war.

Am Ende verpasste der eingewechselte Dimitrios Tsolakis sogar noch das 3:1 gegen weit aufgerückte Gastgeber. Es wäre auch des Guten zuviel gewesen, wie nach dem Spiel auch Torschütze Petereit bestätigte: "Am Schluss war der Sieg aufgrund der guten Leistung in der zweiten Hälfte schon verdient, da wir gekämpft haben und als Mannschaft aufgetreten sind. Aber natürlich haben wir auch Glück gehabt, dass das 2:1 noch reingegangen ist", so Petereit in einem Video auf der OFV-Facebookseite. OFV: Süme - Kehl, Beister-Biegert, Leopold, Ernst, Geiler (70. Tsolakis), Harter (16. Kelbi), Martin (85. Feißt), Anzaldi (74. Schlieter), Herrmann, Petereit. Tore: 1:0 Torres (5.), 1:1 Petereit (45.+1), 1:2 Martin (81.) Bes.: Gelb-Rot gegen Luca Ernst (OFV, 75.)

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