Lahr SC Lahr vor heimischer Kulisse gleich fünfmal im Endspiel

(tom) - "Fordert den Lahrer Fußball-Nachwuchs heraus", lautete im Vorfeld der 38. Jugendfußball-Stadtmeisterschaften die Aufforderung der Organisatoren an die Jugendteams aus dem alten Landkreis Lahr. Die konzeptionelle Neuausrichtung der Meisterschaften war in erster Linie dazu gedacht, neue Anreize zu setzen (und insgeheim auch die drückende Überlegenheit der SG Lahr, später des SC Lahr ein wenig aufzubrechen). So starteten diesmal also 73 Mannschaften in 144 Begegnungen, um in sieben Wettbewerben die neuen Stadtmeister zu ermitteln. Höhepunkt des sportlichen Geschehens war der gestrige Endspiel-Sonntag, der erstmals im Rahmen eines "Final Four"-Wettbewerbs der 28 besten Mannschaften ausgerichtet wurde. Das Zuschauerinteresse konnte sich insgesamt einmal sehen lassen, die Tribüne im Hallensportzentrum war gut, wenngleich nicht vollständig besetzt.

Von sieben Endspielen erreichte Gastgeber SC Lahr immerhin fünf, sahnte allerdings "nur" zwei Stadtmeister-Titel ab. Platz eins der Wertung musste man sich damit teilen, denn auch der SC Kuhbach/Reichenbach konnte bei vier Final-Teilnahmen zwei Pokale mit nach Hause nehmen. Zu den Entscheidungen im Überblick: Die C-Junioren wurden in beiden Fällen von Kuhbach/Reichenbach (2:0 gegen SC Lahr und 3:1 gegen SC Lahr II) dominiert. Anders sah das im D-Bereich aus. D1-Meister wurde die SG Mahlberg/Orschweier (3:1 gegen Kuhbach/Reichenbach). Kurios: Mahlberg hatte praktisch keine unterstützenden Fans mit dabei, setzte sich aber trotz lautstarker gegnerischer Anfeuerung souverän durch. Die D2-Junioren entschied der SC Lahr II (2:0 gegen Kuhbach/Reichenbach II) für sich. Auch bei den E1-Junioren lag Gastgeber Lahr (3:1 gegen die SG Kappel/Grafenhausen) vorne. SG-Trainer Frank Andlauer schwor seine Truppe auf der Tribüne ein, verschiedene taktische Maßnahmen wurden besprochen. Sollte aber nicht reichen, zu gut waren die technisch beschlageneren Lahrer, die sogar einen Treffer per Kopf (!) erzielten – eher eine Seltenheit im Hallenfußball. Den knappsten Vergleich lieferten sich im E2-Endspiel SV Oberschopfheim II und SC Lahr II. Lahr kratzte an der Führung, der Fall wurde aber in höchster Not auf der Linie geklärt. Im direkten Gegenzug die Führung für den SVO, der nach hoch umkämpftem Verlauf den Stadtmeister-Pokal nach einem 2:1-Erfolg entführte. Abgerundet wurde die Pokalschau durch ein 3:1 des SV Rust gegen den FV Sulz bei den F1-Junioren. Höhepunkte der organisatorisch reibungslos ablaufenden Wettkampftage waren der Spielemittag für die F2-Junioren und Bambinis am Samstag sowie die Siegerehrungsshow nach Turnierschluss am Sonntagnachmittag. Zur Pokalübergabe schritt Lahrs Bürgermeister Tilman Petters, während Fußball-Freestyler Tommy Rist (Frankfurt) sein Können zeigte.

Während die Besucherresonanz recht gut ausfiel, war abseits des Parketts der neue Modus natürlich Thema. Bei nur noch einem zu stellenden Team pro Altersstufe (also etwa bei E1 und E2) "hat das System auch Verlierer", räumte Stefan Wölfle (Orgateam) ein. Er zeigte auf: "Bis vergangenes Jahr konnten beispielsweise wir vom SC Lahr vier oder fünf Mannschaften melden, was auch die Möglichkeit für mehr teilnehmende Aktive bedeutete. Diesmal hatten die Trainer unter der Woche die schwerste denkbare Aufgabe." Bei nur einer Mannschaft pro Wettbewerb "gab es so auch viele enttäuschte Gesichter, schließlich sind die Stadtmeisterschaften ein Highlight, bei dem jedes Kind gerne mitwirken möchte", erklärte Wölfle. Positiv bewertete er die Mehrzahl an Herausforderungen aus dem alten Landkreis Lahr: "Die Wettbewerbe haben bis zu den Endspielen Abwechslung und eine bunte Mischung gezeigt."

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