Lahr SC Lahr trifft gegen Freiburg zweimal

Mit 2:8 hat Verbandsligist SC Lahr, verstärkt mit einigen Spielern aus der Region, am Sonntagabend gegen den Bundesligisten SC Freiburg verloren. Beim Test über 120 Minuten kamen die Zuschauer auf ihre Kosten. Denn Lahr glänzte mit Traumtoren.

Louis Beiser-Biegert ist offenbar ein schneller Lerner. Am Donnerstag hatte der Verbandsliga-Spieler des Offenburger FV im Test gegen den Bundesligisten und DFB-Pokalsieger aus Frankfurt beim 1:7 noch Lehrgeld zahlen müssen, nur drei Tage später war zumindest der Gastspieler der sogenannten Lahrer Regio-Auswahl auf Augenhöhe mit dem Erstligisten. Zwar war Beiser-Biegerts temporärer Klub auch am Sonntag beim 2:8 gegen den prominenten Nachbarn aus Freiburg chancenlos, der Mittelfeldrenner glänzte jedoch mit Übersicht, Abgezocktheit – und einem Traumtor.

In der 47. Minute hatte sich der nur zwei Minuten zuvor beim Komplettwechsel reinrotierte Offenburger ein Herz gefasst und den Ball zum 1:4 aus rund 25 Metern traumhaft in den rechten Winkel befördert. Die gewisse Extraklasse, die sich die rund 2500 Zuschauer, die am frühen Sonntagabend ins Stadion Dammenmühle gepilgert waren, vom Bundesligisten versprochen hatten, lieferte ausgerechnet Verbandsligaspieler Beiser-Biegert ohne jeden Zweifel. Außer Beiser-Biegert hatten auch noch OFV-Teamkollege Sammy Geiler und Julian Burg (SV Oberschopfheim) sowie Alexander Merkel, Rico Schmider und Adrian Vollmer von DFB-Pokal-Teilnehmer SV Linx und Gabriel Gallus vom SV Oberachern die Lahrer Regio-Auswahl verstärkt.

Aber auch andere Akteure auf Seiten des Gastgebers glänzten, so seltsam es aufgrund der Höhe der Niederlage klingen mag. Konstantin Fries zum Beispiel. Nach 45 Minuten mit der kompletten ersten Elf zunächst ausgewechselt, hätte Fries an diesem Sonntag wahrscheinlich auch locker die 120 Minuten durchspielen können. Wie ein Duracell-Hase beackterte der Lahrer die linke Seite und war manchmal nur von drei Bundesligspielern zu bremsen. Höhepunkt in der 28. Minute: Nach einem Konter, bei dem Fries seinen Freiburger Gegenspieler im Strafraum in bester Tango-Manier austanzte, war lediglich Freiburgs Neuzugang im Tor, Mark Flekken Endstation.

Aber der Reihe nach. Zunächst hatte Luca Waldschmidt seinen Verein beim Spiel über 4 x 30 Minuten in der 8. Minute in Führung gebracht.Das 2:0 und 3:0 schossen Janik Haberer (18.) und Manuel Gulde (30.), bevor erneut Waldschmidt zum 4:0 einnetzte (37.). Einen Hattrick erzielte der wiedergenesene Freiburger Torjäger Florian Niederlechner nach der Pause (70./97./100.) Im Anschluss hatten die Gäste zwar noch weitere Möglichkeiten, jedoch traf lediglich noch Marco Terrazzino (106.) zum 8:1.

Für die Krönung sorgte unmittelbar vor dem Abpfiff jedoch Lahrs Neuzugang Roman Bulgakov. Der Toptorjäger der Kreisliga B, der erst vor wenigen Wochen vom FV Dinglingen zum Verbandsligisten aus Lahr gestoßen war, traf wunderbar mit einem flachen Schuss ins linke Eck. Dabei war der Mittelfeldrenner eigentlich von Trainer Oliver Dewes etwas überraschend zum Tore verhindern auf der rechten Abwehrseite eingeplant worden, wo er es immer wieder mit dem emsigen Christian Günter zu tun bekam.

Roman Bulgakov trifft zum 2:8-Endstand

Aber so leicht lässt sich der Tordrang des Neuen anscheinend nicht abstellen. Oliver Dewes will trotzdem in Bezug auf den unzweifelhaft sehr talentierten Neuzugang den Ball flach halten: "Roman bringt sicherlich alles mit, aber mir gefällt der Hype nicht, der um seine Person gemacht wird." Deshalb lobte der Trainer auch ausdrücklich nach der Begegnung noch andere SC-Akteure, die gegen den Bundesligisten zu überzeugen wussten: "Dennis Häußermann und Konstantin Fries waren beispielsweise sehr stark. Ich bin wirklich froh, dass sie bei uns geblieben sind." Aber natürlich zeigte sich Dewes auch mit der gesamten Mannschaftsleistung zufrieden: "Wir wollten uns nicht nur hinten reinstellen, sondern mutig nach vorne spielen. Das ist uns gelungen. Zwar muss ich die individuelle Klasse der Freiburger anerkennen, dennoch können wir sehr zufrieden sein." Lahr: 1. Durchgang: J. Witt (45. Burger) – Laufenburger (45. S. Witt), Kerrellaj (45. Burgert), Kalu (45. Menninger), Wirth (45. Sen), Schmider (45. M. Bologna), Fries (45. Beiser-Biegert), Gallus (45. Ammar), Obosso (45. Burg), Priéto (45. Geiler), Vollmer (45. Häußermann). 2. Durchgang: Schmidt - Neumaier, Holweck, Makaya, Gürsoy, Bulgakow, Röderer (Mehrfachwechsel möglich). Freiburg: 1. Durchgang: Flekken - Kammerbauer (31. Stenzel), Gulde, Schlotterbeck, Okoroji - Ravet, Gondorf, Haberer, Waldschmidt - Höler, Petersen. 2. Durchgang: Frommann (91. Schwolow) - Stenzel, Meffert, Heintz, Günter - Frantz, Herrmann, Höfler, Terrazzino - Niederlechner, Kleindienst. Tore: 1:0 Waldschmidt (8.), 2:0 Haberer (18.), 3:0 Gulde (30.), 4:0 Waldschmidt (37.), 4:1 Beiser-Biegert (47.), 5:1, 6:1, 7:1 Niederlechner (69./97./100.), 8:1 Terrazzino (106.), 8:2 Bulgakov (119.).

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