Lahr Sandra Boser wirbt für offenes Europa

Die Grünen-Landtagsabgeordnete Sandra Boser unterhielt sich mit Schülern der Klassenstufen zehn und elf der Freien Evangelischen Schule. Foto: Baublies Foto: Lahrer Zeitung

Lahr. Warum wird die Oberstufe am Gymnasium im Land reformiert? Schüler der Klassenstufen zehn und elf haben am Freitag der Grünen-Landtagsabgeordnete Sandra Boser diese und andere Fragen gestellt. Die bildungspolitische Sprecherin der Grünen im Stuttgarter Parlament informierte sich dazu über die Zukunft der Schule.

Die Schüler waren beim Auftakt des Gesprächs eher schüchtern. Ein Lehrer stellte dann die Frage, warum sich die 42-Jährige in der Politik engagieren würde? Eine Motivation der Mutter von Zwillingen, sich in der Politik zu engagierten, war die Bildungsungerechtigkeit, die sie selbst erfahren hatte. Einfach ausgedrückt: Es galt, dass alleine die Herkunft bestimmte, wer auf welche Schule geht.

Eine Schülerin stellte die naheliegende Frage, warum es jetzt eine Reform der Oberstufe geben wird. Die Antwort: "Schüler sollen selbst mehr gestalten können." Das Ziel der Landesregierung, in deren Hoheit Bildungspolitik gehört, sei, dass die Schüler, die Abitur machen, mit der Reform ihre Interessen vertiefen können. Außerdem hätten die Universitäten gegenüber der Regierung erklärt, dass Schüler, die studieren möchten, bestimmte Anforderungen nicht erfüllten. Das Gesetz, ergänzte Boser, ist bereits im vergangenen September verabschiedet worden. Sie verwies in dem Zusammenhang auch an die Lehrer, die Beratungen anbieten.

Anstehender Brexit und Regierung in Ungarn als negative Beispiele

Am 26. Mai stehen neben den Kommunalwahlen gleichzeitig die Europawahlen an. Da die Oberstufenschüler in absehbarer Zukunft wählen gehen können, appellierte Boser an die Schüler: "Geht wählen – und wählt pro-europäisch." Es gelte, Verhältnissen wie in Ungarn, wo eine nationalistische Regierung das Sagen habe, entgegenzutreten. Boser verwies bei der Gelegenheit auch auf den Brexit, der ein ähnlich negatives Beispiel werden wird. "Ein freies Europa ist eine Chance für alle." Boser ergänzte, dass sie sich noch an Grenzkontrollen erinnern könne. Gerade Fragen des Klimaschutzes oder der Umweltpolitik generell sollten auf europäischer Ebene angegangen und gelöst werden.

Die Schüler der FES hatten zudem Fragen zu den Themen erneuerbare Energie, Abgasvorschriften und zu der Unterstützung aus der Politik für Landwirte, die von den Auswirkungen durch Hitze und Trockenheit des Jahrhundertsommers 2018 betroffen sind.

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