Lahr "Sammelsurium" begeistert alte und neue Fans

Eine seltene Kombination: Überraschungsgast Henning Lehmann (links) zusammen mit "Sammelsurium"-Bandgründer Uli Steurer Foto: Wilhelm Foto: Lahrer Zeitung

Lahr. Mit "Sammelsurium" auf eine musikalische Zeitreise jenseits des Mainstreams begaben sich am Samstag etwa 140 Zuhörer im gut gefüllten Stiftsschaffneikeller. Ein Hauch von Nostalgie machte sich breit, hat die schon 1972 gegründete Band viele der Zuhörer seit der frühen Jugend musikalisch begleitet. Als Überraschungsgast mit dabei war Henning Lehmann.

Man kann sich der Musik von "Sammelsurium" als Experte nähern, sich an den komplexen Taktmetren erfreuen, zählen, wie viele Fünfer- und Siebener-Takte sich Bandgründer Uli Steuer am Schlagzeug und Thomas Schwarz am Bass zuwerfen. Ebenso die wunderschönen Bläserkoloraturen bestaunen, die Uli Steurer an Oboe und Flöten setzt. Oder die Vielfalt der Soundelemente im variablen Spiel von Christian Steurer am Keyboard oder die stilsichere, akkurate Gitarrenarbeit von Raimund Göppert genießen. Mancher bewundert, wie traumhaft sicher Viola de Galgóczy selbst über die komplexesten Klangkaskaden ihre Koloraturen setzt.

Man kann aber auch "Sammelsurium" als Gesamtkunstwerk betrachten, sich auf eine Zeitreise begeben und den eigenen Assoziationen Raum geben. Da begegnet man hier den frühen "Genesis", dort einem Hauch von "King Crimson", "Yes" oder natürlich auch "Pink Floyd". An anderer Stelle findet man sich auf einem der Krautrockfestivals der 70er wieder. Dem visuell orientierten Zuhörer bieten sich im Filmmusik-Stil Stücke wie "5th Vector" mit einem im Raum schwebenden Bass und sphärischen Synthieklängen, Bilder von weiten Landschaften an. Bei "Rondo Espagnol" entführt Viola de Galgóczy mit orientalischen Gesangskaskaden auf einen marokkanischen Basar.

"Changes" ist sicher ein Beispiel für die Variabilität von "Sammelsurium". Ein leises Intro mit Flageolett-Tönen auf dem Bass, umgarnt von Uli Steurers Flöte, mündet in großflächigen Synthesizer-Teppichen von Christian Steurer und sphärischen Gitarrenläufen von Raimund Göppert. Mit "Gettin‘ Up" präsentierten die fünf auch eine kernige Rocknummer, die einen ins "Here and Now" zurückholt.

Zum Ende des Konzerts holte "Sammelsurium" Henning Lehmann auf die Bühne. Lehmann fügte sich nahtlos ins Kollektiv ein. Sein sonores Timbre bot stimmlich zum Beispiel bei "Aragon" einen interessanten Kontrast zu der glockenhellen Stimme von Viola de Galgóczy. Viel Applaus gab es für diesen gelungenen Überraschungsauftritt.

Rockmusik mit eigenem Stil

Das begeisterte Publikum zeigte, dass man auch abseits vom Mainstream als Band erfolgreich konsequent seinen eigenen Weg verfolgen kann und das "Sammelsuriums" epischer, psychedelischer Art-Rock auch in der Gegenwart ankommt. Mit den Stücken "Gnom" und "Funk" bedankte sich "Sammelsurium" für die Treue ihrer zahlreichen Fans.

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