Lahr Rocksongs neues Leben eingehaucht

Frank Domnik (von links), Matt Woosey und Jean-Luc Siegler sorgten beim Konzert im Schlachthof mit Neuinterpretationen von Rockklassikern für gute Stimmung. Foto: Haberer

Lahr - Das Weihnachtskonzert der Rockwerkstatt im Schlachthof hat die Musikfreunde wieder gut unterhalten. Die "Groove Tunes", ergänzt um Sängerin Melissa Zucano und Singer-Songwriter Matt Woosey, spielten Rockklassiker, die Laune machten.

Natürlich lockten gleichzeitig die "Moods" mit Sängerin Linda Tang, "Family Affair" und "Millers Blues Orchestra" so manchen Musikfreund in das neu eröffnete "Mauerwerk" in den Räumen des früheren Universal Dog. Im Schlachthof war von dieser Konkurrenz aber kaum etwas zu spüren: Die Halle der Begegnungsstätte war wie jedes Jahr gut gefüllt, die Stimmung prächtig.

Wie einst die "Poor Poets", aus denen sie hervorgegangen sind, warteten die "Groove Tunes" mit einem lauschigen Konzertabend auf, den einmal mehr die Gäste prägten. Frank Domnik (Gesang, Gitarre), Frank "Slim" Ivannek (Schlagzeug, Gesang) und Jean-Luc Siegler (Bass, Gesang) boten wie gewohnt einen bunten Strauß halb-akustisch aufbereiteter Pop- und Rockperlen. Für Glanzlichter sorgten Sängerin Melissa Zucano und der in Münchweier lebende Engländer Matt Woosey (Gesang, Gitarre), ein begnadeter Frontmann, der dem Blues und der Folkballade ebenso Leben einhaucht wie dem klassischen Rocksong. Die beiden setzten großartige Momente, überzeugten mit Stimmkraft und einem Gespür für die besonderen Momente, in denen der dargebotene Song förmlich aufblüht. Für das musikalische Grundgerüst sorgte wie immer das eingespielte Stammtrio der "Groove Tunes" selbst, das bestens bekannte Coversongs mit einer eigenen Note würzte.

Von Bob Dylan bis zu Led Zeppelin

Das kann dann durchaus auch einmal daneben gehen, wie bei Bob Dylans Klassiker "All Along The Watchtower", der bei den drei Helden plötzlich locker und flockig daherkommt, im Kontext eines Partysongs aber seinen Biss verliert. Beim traditionellen "Before X-Mas" im Schlachthof fällt das aber nicht weiter ins Gewicht.

Vor dem Einstieg in die Festtage wird noch einmal mit kreisender Hüfte geschwoft und gefeiert. Melissa Zucano punktete mit "Talking About A Revolution" und dem furios überschäumenden Hit "Aint Nobody". Ihre Interpretation von "Like The Way I Do" setzte im zweiten Teil des Konzerts ein ekstatisch auftrumpfendes Glanzlicht. Matt Woosey wartete mit einer Ballade aus eigener Feder, Songs von Led Zeppelin und den Doors auf. Mit dem "Road House Blues" befeuerte er kernige, am Blues orientierten Riffs.

Für ganz großes Kino sorgte aber vor allen das extrovertierte "L. A. Woman", das dem Konzert gemeinsam mit "Knockin‘ On Heaven‘s Door" ein fast schon rauschhaftes Finale bescherte.

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