Lahr Ritterorden auch heute noch verbreitet

Pfarrer Johannes Mette zeigte bei dem Vortrag das Ordensgewand der Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem mit dem Jerusalemer Kreuz.                                           Foto: Vögele Foto: Lahrer Zeitung

Reichenbach. Wer mittelalterliche Ritterorden nur aus Filmen oder Romanen kennt, konnte beim Vortrag von Pfarrer Johannes Mette beim Katholischen Bildungswerk Reichenbach nur darüber staunen, wie lebendig diese Orden noch heute sind. Dazu waren viele Interessierte gekommen. Die Bedeutung der Ritterorden liegt vor allem im religiösen und sozialen Bereich.

Mette, selbst Mitglied in einem päpstlichen Ritterorden, sagte, dass die meisten der Ritterorden – etwa die Johanniter oder Malteser – entstanden sind, nachdem das Heilige Land in muslimische Hände gefallen war, um die Pilger aus Europa auf dem beschwerlich gewordenen Weg zu schützen und in Krankheit zu pflegen. Viele Pilger erhielten in Jerusalem am Heiligen Grab durch den "Guardian" der Franziskaner den Ritterschlag und verpflichteten sich damit, ein Leben aus dem Glauben zu führen, den Armen und Kranken beizustehen und Zeugnis für Christus abzulegen.

Die Bedeutung des Jerusalemer Kreuz

Als Wappen wählten sie das Jerusalemer Kreuz. Die bekannten fünf Kreuze stehen für Jesus Christus selbst und für die vier Kardinaltugenden: Klugheit, Mäßigkeit, Gerechtigkeit und Tapferkeit. Der "Orden der Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem" wurde 1868 neu gegründet, dessen Sitz in Rom von einem Kardinalgroßmeister geleitet wird. Der Lateinische Patriarch in Jerusalem amtiert als Großprior des Ordens. Die deutsche Statthalterei des Ordens zählt etwa 1500 Mitglieder in sechs Provinzen. Komture leiten die 38 Komtureien. Die Komturei "Bernhard von Baden" hat ihren Sitz in Rastatt. Weltweit zählt der Orden etwa 30 000 Mitglieder.

Die Ordensangehörigen sind der katholischen Soziallehre verpflichtet. Ihrem Ziel, für das Heilige Land zu sorgen, den Glauben zu bekennen und Kirche und Gesellschaft zu dienen, kommen sie durch die Unterstützung sozialer und kultureller Einrichtungen des Lateinischen Patriarchats in Israel, den palästinensischen Autonomiegebieten und in Jordanien nach. Dazu zählen Krankenhäuser, Alters- und Kinderheime oder auch Universitäten und Schulen.

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