Lahr Raubtier: Puma tigert durch die Stadt

Lahr - Ein ganz besonderes Haustier hat ein Lahrer gehalten – einen Puma. Behörden hatten das Raubtier kurz vor Weihnachten in einer Wohnung entdeckt und beschlagnahmt, wie jetzt bekannt wurde.

Das zu dem Zeitpunkt zwei Monate alte exotische Tier wurde offenbar legal in Tschechien erworben, aber illegal nach Deutschland geschmuggelt. Die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" schildert den Fall auf ihrer Internetseite folgendermaßen: Ohne Haltungsgenehmigung, Einfuhr- und Ausfuhrpapiere zwischen Tschechien und Deutschland und mit vertauschten Impf- und Herkunftsnachweisen war das Männchen bei einem tschechischen Züchter für 2300 Euro erworben worden. Danach wurde es im Auto nach Deutschland gebracht. Die Vermieterin der Lahrer Wohnung, in der der Puma gehalten wurde, machte die Behörden dann auf das Tier aufmerksam.

(Emin Iz hat diesen Puma in der Fußgängerzone in Lahr gefilmt)

Besitzer geht mit seinem Wildtier in der Innenstadt spazieren

Der neue Besitzer versteckte das Wildtier nicht, sondern ging mit ihm auch zumindest einmal – Anfang Dezember –­ in der Lahrer Fußgängerzone spazieren. Dabei erregten der Halter und sein exotisches Tier großes Aufsehen. Beobachter schilderten unserer Redaktion, dass der Puma zutraulich gewesen sei und sich sogar streicheln ließ. Allerdings habe der Halter ihn nicht frei herumlaufen lassen, sondern an einer Hundeleine geführt. Der Puma sei sehr neugierig gewesen, habe auf der Straße und in Hauseingängen herumgeschnüffelt und sein "Herrchen" regelrecht hinter sich hergezogen.

Jedoch: Was für manche Passanten ein putziger Anblick gewesen sein mag, stellt sich für die Experten der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" ganz anders dar: "Die Haltung eines Pumas ist nicht nur Tierquälerei, sondern auch gefährlich für Besitzer und Nachbarn. Was jetzt noch klein und niedlich aussieht, entwickelt sich später zu einem bis zu 100 Kilogramm schweren Raubtier", sagt Florian Eiserlo, Betriebsleiter der Großkatzenstation von "Vier Pfoten". Zudem sei es sehr bedenklich, dass "Tikam" nicht mal gegen Tollwut geimpft war. Deshalb habe man ihn sofort unter Quarantäne stellen und impfen lassen müssen, damit kein Infektionsrisiko besteht. Nach der Quarantäne wird der Puma sein neues, artgemäßes Zuhause in der Großkatzenstation von "Vier Pfoten" finden. Eine Auswilderung sei nicht möglich, da das Wildtier nur menschlichem Kontakt ausgesetzt gewesen sei und in freier Natur nicht überlebensfähig wäre.

Ob dem Lahrer Tierhalter juristische Konsequenzen drohen, ist noch unklar.

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