Lahr Räte unglücklich wegen "Verspargelung"

Der Teilflächennutzungsplan "Windenergie" sieht weitere Windräder am Steinfirst vor. Foto: Vögele Foto: Lahrer Zeitung

Reichenbach. Im Oktober 2017 hat sich der Ortschaftsrat Reichenbach einstimmig gegen die Teilfortschreibung im Regionalplan Südlicher Oberrhein ausgesprochen, der weitere Flächen für Windkrafträder im Bereich Steinfirst und Umgebung vorsieht. Der Lahrer Gemeinderat Lahr stimmte diesem Plan dagegen mehrheitlich zu.

Die Fortschreibung dieses Plans sieht vor, im Bereich Steinfirst, Schnaigbühl und Geigenköpfle drei Windräder zu installieren, sollte es dafür ein Betreiberinteresse geben. Nachdem der markante Bergkamm über Reichenbach, der dem Erholungsort sein ausdrucksvolles Panorama verleiht, bereits mit vier Windrädern "verspargelt" ist, könnten westlich davon die Höhen des Steinfirsts auch noch "verschönert" werden und die Landschaft noch mehr beeinträchtigen ­– so die Befürchtung der Gegner. Die bereits errichteten Windräder liegen außerhalb der Gemarkungsgrenzen von Reichenbach, aber in deren unmittelbaren Nachbarschaft.

Auch die Gemeinde Friesenheim hat sich bereits gegen diese Windrad-Konzentration im Gebiet Geigenköpfle, Schnaigbühl und Steinfirst ausgesprochen. Der Regionalverband hält indes an diesen Plänen fest. Somit sind die Flächen als Festlegung des Regionalplans im Flächennutzungsplan darzustellen. Da bei einer möglichen Weiterentwicklung von Windkraftanlagen auf den Gemarkungen Friesenheim/Hohberg der Grundsatz der interkommunalen Abstimmung zwingend geboten ist, weil bei diesem Standort Auswirkungen vor allem auf Reichenbach abzusehen sind, fordert die Stadt Lahr den frühzeitigen Nachweis durch Visualisierungen. So sollen nach­-teilige Auswirkungen auf das Landschaftsbild von Reichenbach verhindert werden.

Die jüngste Diskussion im Ortschaftsrat hat das Dilemma und die ganze Machtlosigkeit aufgezeigt, wie Andrea Hierlinger (FW) und Harald Günther (CDU) anmerkten. Ganz gleich, wie der Ortschaftsrat abstimmt, der Plan stellt alle vor vollendete Tatsachen. Hermann Kleinschmidt (SPD) signalisierte die Zustimmung seiner Fraktion, denn man dürfe sich den Anforderungen einer vernünftigen Energiepolitik nicht verschließen.

Dem Teilflächennutzungsplan "Windenergie" stimmte der Ortschaftsrat mit zwei Gegenstimmungen zu. Einstimmig nahmen die Räte dagegen den zweiten Punkt an, dass bei konkretem Betreiberinteresse ein frühzeitiger Nachweis durch eine Visualisierung zu erbringen sei, sodass durch die Realisierung keine negativen Auswirkungen auf das Landschaftsbild von Reichenbach entstehen.

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