Lahr Quintett nimmt Publikum auf musikalische Zeitreise mit

Die Gruppe "Vetterliswirtschaft" musizierte am Samstagabend im Stiftsschaffneikeller. Foto: Baublies

Lahr (bau). Sie wären zu einer anderen Zeit Spielleute gewesen. Das Ettenheimer Quintett "Vetterliswirtschaft" hat am Samstagabend im Lahrer Stiftsschaffneikeller ein buntes Programm an Liedern aus nahezu einem Jahrtausend geboten. Die Gäste bekamen Trink- oder sogenannte Lumpenlieder samt volkstümlichen Melodien aus dem Mittelalter, der Renaissance bis zur Gegenwart geboten.

Das Ensemble tritt professionell auf und so sind auch alle Stücke arrangiert. Eine Besonderheit aber, ohne irgendjemand aus dem Quintett zu schmälern, ist Andrea Frey-Melder am Gesang und der Flöte. Ihre ausgebildete Stimme hat einen Umfang – zwischen Sopran und Alt angesiedelt, der weit über das hinausgeht, was mit den eher einfachen Stücken gefordert wäre. Das Quintett macht sich das in den eigenen Arrangements gut zunutze.

Zurück bis ins 11. Jahrhundert

Ihre Stimme sowie die mitunter tonangebende Quer- und Blockflöte dominieren viele Lieder. Das aber schadet den anderen Musikern nicht. Im Gegenteil bieten Sibylle Hassler (Flöte und Klarinette), Adalbert Hassler (Gitarre) Franz Schwörer (Gesang und Drehleier) sowie Klaus-Peter Maier (Kontrabass) genügend eigene Einlagen. Schwörer wechselt sich mit Frey-Melder im Gesang ab.

Die musikalische Reise am Samstag ging zurück ins 11. Jahrhundert an den französischen Hof zum Fest einer "tanzenden Königin". Frey-Melder stellte die Texte, wenn sie denn zu exotisch waren, kurz vor. Das geschah auch bei einem polnischen Trinklied, das die Gefahren des Alkohols heraufbeschwor.

Ein "Strolchlied" aus Österreich ergänzte das Repertoire. Die Musiker aus der südlichen Ortenau hatten es dazu auch mit etwas Lokalkolorit. Wobei die zwei Lieder aus Rust für jemanden, der nicht aus der Gegend stammt, so verständlich waren, wie die altfranzösischen Texte. Aber der Klang der Stimme Frey-Melders und das gesamte Arrangement machten das mehr als wett.

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