Lahr Pure Lebensfreude bei der Dorffasent

Bei der Dorffasent der Schärmies im Mietersheimer Bürgerhaus ist die Post abgegangen. Die bunten Darbietungen auf der Bühne sorgten für eine ausgelassene Stimmung.

 

Mietersheim. "Ui, alles so schön bunt hier." Das war der erste Gedanke, der einem beim Betreten des Bürgerhauses durch den Kopf ging. Die Gäste trugen passend zum Hippie-Thema des Abends Klamotten, die sie im Alltag nie anziehen würden. Bestes Beispiel war Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller, der mit grell geblümter Hose, grünem Hemd, gelber Krawatte und Ohrring kam. Aber auch sonst hatten sich vor allem die männlichen Besuche bei der Farbwahl keineswegs dezent zurückgehalten: Batik, bunt Gemustertes und eben grell Geblümtes hatten alle irgendwo in ihren Schränken gefunden oder selbst hergestellt.

Erstmals am "Dorffasent­obend" eröffneten die Schärmies und die Schärmies-Dudler das Programm mit einem Einmarsch und Tanz, den sie in nur vier Wochen unter der Leitung von Sabrina Kraijnc eingeübt hatten. Wobei sich auch die lustigen Mäuse hippiemäßig mit Blümchen am Ohr und Stirnband über der Maske aufgebrezelt hatten.

Oberzunftmeister Ralph Burgmeier zeigte sich besonders stolz, einen Vizeweltmeister im Saal zu haben, womit natürlich kein anderer als Vize-Weltbürgermeister Müller gemeint war, der lautstark beklatscht wurde. Beifall gab’s auch für die "super Ortsvorsteherin" Diana Frei, die alles für die Schärmies möglich macht, sogar das, was wir gar nicht wollen", stand auf der Begrüßungsliste.

In bewährter Manier wechselten sich Showeinlagen mit Tanzrunden ab. Dabei spielte eine neue Band Coversongs aus 50 Jahren Popmusik. Mit "Quite a Few" hatten die Schärmies drei junge Musiker verpflichtet, die die Tänzer unter den Gästen von den Stühlen lockten.

Sparmaßnahmen bei der Altenpflege haben kuriose Konsequenzen

Was den Senioren bevorsteht, wenn im Altenpflegebereich weiter auf jeden Euro geschaut wird, demonstrierten die Schärmies-Senioren mit ihrem gelungenen Sketch "Sparmaßnahmen im Altersheim". Demnach werden die Heimbewohner bei einer gemeinsamen Morgentoilette von einer rustikalen Pflegerin (Ehrenoberzunftmeister Reinhard Schmidt) im Akkord abgefertigt. Beim gemeinsamen Badbesuch wird allen mit derselben Zahnbürste die Zähne geschrubbt und das Wasser zum Ausspülen von Mund zu Mund weitergegeben. Außerdem werden fünf Blätter Toilettenpapier durch sechs geteilt.

Der Narrensamen, eine Abordnung des Musikvereins Dinglingen, die Tanzgruppe aus Dörlinbach und drei Teenagermädchen, die mit einem selbst choreografierten Tanz auftraten, rundeten das Programm ab. Highlight waren – wie in jedem Jahr – die Männer der Feuerwehrabteilung Mietersheim und der Schärmies, die unter der Leitung von Ulrike Pfaff wieder einen rasanten Tanz zeigten. Die Feuerwehrmänner hüpften wie die Kängurus und hatten sichtlich Spaß dabei.

Zum Ende der Fastnacht wird traditionell der Narrenbaum gefällt und in großzügiger Geste an einen verdienten Mietersheimer Bürger vergeben. In diesem Jahr erhält ihn Roland Pfaff, Abteilungskommandant der Feuerwehr. Böse Zungen behaupten, die Schärmies würden aus einer Not eine Tugend machen und sich so die Entsorgung des Baums sparen. Fakt ist aber, dass er gutes Brennholz abgibt.

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