Lahr Protest am Straßenrand

Gut 50 Demonstranten forderten am Samstag am Fachmarktzentrum eine Lockerung der Corona-Maßnahmen. Foto: Schabel

Lahr - In Lahr gibt’s eine neue Form des Widerstands gegen die Corona-Politik. Gut 50 Demonstranten standen am Samstagvormittag neben der Straße "Im Götzmann" Spalier und zeigten den Autofahrern Plakate mit kritischen Botschaften.

Bereits am vorangegangenen Samstag hatten sich Protestler beiderseits der Straße am Fachmarktzentrum postiert. Am Samstag, 17. April, soll das Ganze wiederholt werden, war zu hören.

Wer hat da demonstriert?

Die meisten Teilnehmer wussten nicht, wer der Ne-benmann oder die Nebenfrau am Straßenrand war. Es war nicht die Aktion einer geschlossenen Gruppe oder Partei, vielmehr waren die Teilnehmer einem Demo-Aufruf in einem coronakritischen Forum im Internet gefolgt. Offenbar waren etliche Mütter und Väter darunter, da es auf den meisten Plakaten um die Situation der Kinder im Lockdown ging. Es gab auch zwei Plakate mit Anti-Merkel-Parolen. Impfgegner waren ebenfalls dabei.

Wer hat die Demo organisiert?

Ein Selbstständiger aus dem Raum Lahr, der im Gespräch mit unserer Redaktion darum bat, seinen Namen nicht in der Zeitung zu nennen. Der Lockdown habe ihm "die Existenzgrundlage entzogen", sagte er. "Das Fass zum Überlaufen gebracht" habe für ihn dann die Maskenpflicht für seinen Sohn in der Grundschule. "Wir sind keine Nazis und keine Leugner", versicherte der Mann. Auf die Frage, ob er den "Querdenkern" angehöre, erwiderte er, er würde "nicht quer, sondern selbst denken".

Was waren die Forderungen?

Es ging gegen die Corona-Politik im Allgemeinen mit Schwerpunkt auf die Lage der jüngeren Generation. "Lasst die Kinder atmen" oder "Kinder brauchen Freunde" war etwa auf einzelnen Plakaten zu lesen. Die Inzidenz dürfe nicht der alleinige Maßstab der Politik sein, forderte ein Teilnehmer gegenüber unserer Redaktion, denn Infizierte seien meist keine Erkrankten.

Wie lief das Ganze ab?

Friedlich. Die Teilnehmer der angemeldeten Demo standen in corona-konformem Abstand eine Stunde neben der Straße, ohne den Verkehr zu behindern. Die Polizei war da, brauchte aber nicht einzugreifen. Am Ende dürften die Demonstranten mit dem Gefühl nach Hause gegangen sein, dass ihre Aktion ein Erfolg war, denn bei ihrem Anblick betätigten nicht wenige Autofahrer die Hupe oder reckten den Daumen nach oben.

Info

Bereits seit rund elf Monaten gibt es samstags in der Lahrer Innenstadt eine regelmäßige Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen, die von der Lahrer Ärztin Anette Franz organisiert wird. Die Zahl der Demonstranten ist hier zuletzt größer geworden.

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