Lahr Pop- und Partysongs auf Alemannisch

Dominik Büchele (Mitte), Ex-Halbfinalist von "Deutschland sucht den Superstar", beim Konzert mit seiner Band "Rhinwaldsounds" im Schlachthof Foto: Haberer Foto: Lahrer Zeitung

Die Gruppe "Rhinwaldsounds" hat ihr Debütalbum vorgestellt. Dominik Büchele hat zwei Musiker seiner Band "Umleitung" und Freunde aus Kindetagen um sich geschart, um mit alemannisch gesungenen Popsongs zur Party aufzuspielen.

Lahr. Dominik Büchele (Gesang, Gitarre), der sonst eher nachdenklich agierende Songpoet aus Kappel am Rhein, wandelt mit dem in der Silvesternacht 2012 geborenen Bandprojekt auf alternativen Pfaden. Der an Fastnacht 2016 veröffentlichte Song "Schorli" gibt die Richtung vor: Bei "Ringwaldsounds" wird alemannisch gesungen, ganz so wie der Schnabel gewachsen ist. Die Themen stammen aus dem Alltag der Jugend auf dem Dorf. Es geht ums Bulldog fahren und die Gartenarbeit am Samstag. Um das "schenscht Maidli" im Dorf und den alten Kumpel, der nun eine Freundin hat, außerdem um das Weinschorle auf dem Weinfest.

Mit Ende Zwanzig steht erstmals die Frage im Raum, was sich seit Kindetagen verändert hat, wo die Freunde von einst abgeblieben sind, wer die nächste Party am Wochenende organisiert. Nachdenkliches, das durchaus an die Songs von "Umleitung" anknüpft, trifft auf lockere Partysongs und wuschig auftrumpfende Gassenhauer, die zum Fastnachtshit taugen.

Von Umleitung sind Bruder Mirko (Tasteninstrumente) und Mathieu Schmid mit dabei. Er ist der Spaßvogel der Band, der den Bass zupft oder – wie bei der Vorstellung des Debütalbums im Lahrer "Schlachthof", sich kurzerhand ans Schlagzeug setzt.

Das Songmaterial stammt von Dominik Büchele sowie den beiden Sängern Enrico Wieber und Dominik Binnig, die Büchele bereits im Kindergarten kennengelernt hat. Den Bass zupfte am Samstag Robert Scheffert.

Das "schenscht Maidli" im Dorf wird besungen

Das Repertoire der Truppe umfasst mittlerweile mehr als 30 selbstgeschriebene Songs, von denen es knapp die Hälfte auf das nur bei der Band selbst und über das Internet erhältliche Album "Wildbrecht" geschafft haben. Auf der Bühne wird deutlich, mit wieviel Spaß die alten Freunde bei der Sache sind, wie der Rückzug auf die Mundart auch befreit. Dominik Büchele rockt mit seinen alten Kumpels fröhlich ab. Zur Poesie gesellen sich derbe Zwischentöne und kraftvoll rumpelnde Gassenhauer. Die mit "Umleitung" in den letzten Jahren kultivierte Professionalität im Ton ist aber auch bei "Rhinwaldsounds" Trumpf. Es sind echte Songperlen dabei, Pop und Folk treffen auf lateinamerikanische Rhythmen und krachende Partyriffs. Die Lieder glänzen mit mehrstimmigem Gesang und tollen Arrangements. Den Rest besorgt die lockere Bühnenpräsenz der Truppe, die im "Schlachthof" spürbar beim Lahrer Publikum gepunktet hat, wobei in den Zugaben mächtig die Fastnachtstauglichkeit der Band abgeklopft wurde.

Die drei Frontleute von "Rhinwaldsounds" kennen sich von Kindesbeinen an, nachzulesen auf der Internetseite der Band. Dort stellt sich die Gruppe auf humorvolle Weise vor – hier ein Auszug: "Es war einmal in der Löwengruppe im Kindergarten zu Kappel. Die Musik war noch Geschrei und der Sandkasten ihre große Bühne. Schon damals probte Dominik Binnig seine einzigartigen Adlips. Stücke wie ›Kleines Senfkorn Hoffnung‹ veredelte Enrico Wieber bei der wöchentlichen Gesangsstunde mit feinsten Harmonien. Ein Tennisschläger umgeschnallt, so komplettierte Dominik Büchele das Trio. Diese Zeit endete leider viel zu schnell und der harte Alltag des Grundschullebens überrumpelte die Buben. Sie wurden nun mit Hochdeutsch konfrontiert. Auf schmerzhafte Weise mussten sie erfahren, dass ihr geliebter alemannischer Dialekt im Deutschunterricht nicht akzeptiert wird. So hagelte es eine Fünf nach der anderen. Vergeblich versuchte man ihnen ihr ›Gebabbel‹ auszutreiben. Viele Jahre später nahm die Musik professionellere Züge an. Nach einer Nacht am Lagerfeuer und einigen ›Schorli‹ hatten sie auch endlich den passenden Namen gefunden: Rhinwaldsounds."

  • Bewertung
    0