Lahr Polizei blitzt mit neuem Gerät

Achtung, mobiler Blitzer! Hier steht das flexible Radarmessgerät des Landkreises gerade in Friesenheim. Seit Kurzem blitzt auch die Polizei aus einem eigenen, neuen Gerät dieser Art im ganzen Landkreis, auch auf der Autobahn.Archivfoto: Braun Foto: Lahrer Zeitung

Mit einem zusätzlichen Radar-Gerät will die Polizei Raser in der Ortenau ausbremsen. Die neue Anlage ist bereits im Einsatz, auch auf der Autobahn. Vor allem Raserstrecken sollen ins Visier genommen werden. Derweil sinken die Unfallzahlen.

Lahr. Die Polizei rüstet auf: Nachdem bereits vor einiger Zeit ein neues Gerät zur Abstandskontrolle auf der A 5 angeschafft wurde und die Zahl der geblitzten Drängler sprunghaft anstieg, kommt nun ein weiteres Tempo-Messgerät in Einsatz. Das kündigte das Polizeipräsidium Offenburg bei seiner jährlichen Verkehrsbilanz an.

Die neue Anlage ist ähnlichen Typs wie der Blitz-Anhänger des Landkreises: ein Autoanhänger, der an jede beliebige Stelle gefahren werden kann, dort in Minutenschnelle fest installiert wird und dann tagelang ohne weitere Betreuung munter die Schnellfahrer blitzt.

Damit will die Polizei zur Verkehrssicherheit beitragen, denn noch immer rangieren die Tempoverstöße zu den Hauptursachen bei Verkehrsunfällen, erklärten Polizeipräsident Reinhard Renter und Peter Westermann als Chef der Verkehrspolizeiinspektion beim digitalen Pressegespräch am Freitag. Dass mehr Messen nötig ist, zeigte die Bilanz des vergangenen Jahres bei den Abstandskontrollen auf der A 5: 10 000 Drängler mit zu wenig Abstand wurden erwischt. Bußgeldhöhe insgesamt: Rund eine Million Euro.

Für das vergangene Jahr meldet die Polizei ansonsten erfreulich sinkende Werte bei fast allen Bereichen. Die Gesamtzahl der Unfälle im Ortenaukreis ging um 17,5 Prozent zurück, die Autobahn eingerechnet sogar noch etwas mehr. Da habe an den Corona-Begrenzungen gelegen, meinte Polizeipräsident Renter. Die Zahl der Verkehrstoten sei mit 20 voriges Jahr auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen gesunken. Vor Jahrzehnten habe er schon mal bei 113 gelegen.

Negativ in die Polizeibilanz: Voriges Jahr verunglückten im Ortenaukreis fast zwölf Prozent mehr Kinder im Verkehr, 125 an der Zahl.

Sorgen bereiten auch die Unfälle mit Radfahrern. Deren Zahl nahm gegen den allgemeinen Corona-Trend um sechs Prozent zu. Vor allem die Pedelec-Radler würden häufig in Unfälle verwickelt, zeigt die Statistik. Dort nahm die Unfallzahl um 70 Prozent auf 148 Unfälle zu. Nicht nur, aber auffallend ältere E-Bike-Radler kämen mit ihren schnellen Rädern zu Schaden.

Weniger Unfälle gab es auch mit Motorradfahrern im Kreis (215), allerdings sank deren Zahl im Corona-Jahr deutlich geringer als bei Autos.

Die meisten Unfälle passieren mittlerweile bei Vorfahrtsmissachtungen, gefolgt von Fehlern beim Abbiegen. Zu hohes Tempo ist Unfallursache Nummer drei. Des Weiteren halten sich viele Fahrer nicht an den nötigen Abstand.

Gestoppt hat die Polizei eine gefährliche Aktion von Motorradfahrern im nördlichen Bereich des Polizeipräsidiums. Nahe Baden-Baden waren 2020 Biker oft gezielt unterwegs, um sich auf kurvenreichen Strecken waghalsig in Kurven zu legen und dabei filmen zu lassen.

Das mobile neue Messgerät der Polizei ist weit wenigen Tagen im Einsatz, hat aber schon einen traurigen Rekord festgehalten: Auf einem Tempo-120-Abschnitt der Autobaahn wurde ein Fahrer mit 220 Sachen geblitzt. Die Polizei kündigt an, das neue Gerät gerade auch in Baustellenbereichen der A 5 verstärkt einzusetzen, etwa auf der neuen Baustelle zwischen Ettenheim und Herbolzheim.

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