Lahr Plan für Schlacht-Raum liegt vorerst auf Eis

Für Wildsauen und anderes Wild sollte es einen neuen Schlacht-Raum geben. Doch das wird vorerst nichts. Foto: Archiv

Lahr - Ein bereits grundsätzlich beschlossener Schlacht-Raum plus Kühlkammer für Wildtiere zum Preis von 70 000 Euro liegt vorerst auf Eis. In der Sitzung des Gemeinderates vom Montag wurde bekannt, dass die umstrittene Investition gestoppt wurde.

Von wegen Waldesruh’

Bei den Jägern von Lahr, die Jagdreviere von der Stadt gepachtet haben, standen die Zeichen auf Entrüstung, als herauskam, was die Lahrer Zeitung vorige Woche schon berichtet hatte: Für die waidmännische Zerlegung und Lagerung von Wildtieren aus Lahrer Wäldern wurde im Hauptausschuss des Gemeinderates ein neuer Schlachtraum bewilligt.

Dies geschah im Zuge der Haushaltsplanberatungen, als es um die Abteilung BGL ging, den Bau- und Gartenbetrieb Lahr. In der Sitzung hatte es seitens der Verwaltung geheißen, die Jäger würden einen solchen Spezialraum benötigen. Also gut, war sich der Ausschuss einig, dann sollen sie diesen Wildkühlraum samt "Zerwirkkammer" bekommen.

Doch so ganz hasenrein war diese Information nicht, stellte sich hernach heraus, wie mehrere Ratsmitglieder unserer Redaktion gegenüber erklärten. Die ganz überwiegende Mehrzahl der Lahrer Jagdpächter wolle gar keinen solchen Schlachtraum, sie hätten vielmehr längst eigene Lösungen. Und sie seien vor allem auch nicht bereit, für diesen Raum kräftig Geld zu bezahlen, zusätzlich zur eigentlichen Jagdpacht.

Der Hase lag dann im Pfeffer, als sich laut Ratsmitgliedern herausstellte, dass selbst die Rathausspitze über diesen 70.000-Euro-Raum nicht im Detail genau Bescheid wusste. Hatte da dem Ausschuss etwas untergeschoben werden sollen?

Roland Hirsch von der SPD protestierte beim OB, informierte die anderen Fraktion und forderte, die Sache mit dem Schlachtraum nochmals sauber zu zerlegen, um dann entscheiden zu können. Währenddessen hatte es hinter den Kulissen von Verwaltung und Politik mächtig geraucht.

Nun zog OB Ibert den Kühlraum buchstäblich aufs Eis. Am Montag sagte er, die 70.000 Euro hätten einen Sperrvermerk bekommen. Erst solle der Gemeinderat darüber beraten, ob der Raum ok sei – "oder nicht".

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