Lahr Per Mausklick zum Kita-Platz

Senja Töpfer (hinten) und Stefanie Isenmann helfen im Kita-Service Eltern bei der Vormerkung für einen Betreuungsplatz. Foto: Röckelein

Lahr - Eltern können für ihre Kinder Wunsch-Kitas künftig online auswählen: Die Stadt Lahr führt ein zentrales Vormerksystem für Kindergartenplätze ein.

Die Tradition, auf Papierbögen den Namen des Kindes in der Kita vorzumerken, hat ein Ende: Am Dienstag, 15. Januar, um 9 Uhr geht das Vormerksystem für Kita-Plätze online. Über dieses System werden künftig alle Anmeldungen für einen Betreuungsplatz in einer Lahrer Kindertageseinrichtung oder einem Hort zentral abgewickelt. Damit führt Lahr nach Offenburg als zweite Stadt im Ortenaukreis ein zentrales Vormerksystem für Kindertagesstätten ein. Bürgermeister Guido Schöneboom sieht darin vor allem eine Vereinfachung für Eltern, aber auch für Kita-Leiter.

Die Vormerkung erfolgt bequem von zu Hause aus, ohne zusätzlichen Papierkram. "Das Problem von Intransparenz und Mehrfachnennung soll damit der Vergangenheit angehören", erläutert Schöneboom. Auf der Internetseite der Stadt Lahr – unter der Rubrik Bildung und Leben, Kinder und Jugendliche, Kinderbetreuung – können Eltern für das Kita-Jahr 2019/20 ab dem 15. Januar ihre Kinder für einen Betreuungsplatz vormerken lassen. Es gilt jedoch nicht, "wer zuerst kommt, mahlt zuerst". Zunächst würden alle Daten gesammelt. Der Vormerkungszeitraum läuft bis zum 15. Februar. Mit einer Zu- oder Absage können Eltern frühestens am 16. Februar rechnen.

In der zentralen Vormerkung können bis zu drei Kindertagesstätten, sortiert nach der jeweiligen Priorität, ausgewählt werden. Eine Vormerkung garantiert aber noch keinen Anspruch auf einen Betreuungsplatz. Die Entscheidung über eine Aufnahme in der gewünschten Einrichtung wird weiterhin von den Einrichtung selbst getroffen. Auch das persönliche Gespräch zwischen der Kita und den Eltern wird dadurch nicht ersetzt. Kriterien für die Auswahl sind beispielsweise ein Härtefall in der Familie oder ein Geschwisterkind in derselben Kita.

Wer bei keiner seiner Wunsch-Kitas eine Zusage erhält, bekommt Post vom Amt für Soziales, Schulen und Sport. Dann wird gemeinsam nach einer Lösung gesucht. "Wir möchten keine Eltern im Regen stehen lassen", sagt Schöneboom. Für Eltern, die bei der Vormerkung ihres Kindes Hilfe benötigen, hat das Amt für Soziales, Schulen und Sport einen "Kita-Service" eingerichtet.

Bereits im vergangenen Jahr hat sich das Amt der Online-Vormerkung gewidmet. Es wurden Gespräche mit Elternvertretern und Kita-Leitern geführt. "Bisher haben Eltern ihre Kinder auf Wartelisten in möglichst vielen Einrichtungen vormerken lassen, um einen Platz zu bekommen. Innerhalb der Einrichtungen gibt es aber keinen Vergleich über doppelte Eintragungen", sagt Senja Töpfer, Leiterin des Amts für Soziales, Schulen und Sport. Mit der Online-Vormerkung erhofft sie sich mehr Klarheit zu haben, wie hoch der Bedarf an Betreuungsplätzen ist und wo ausgebaut werden muss.

Im System können Kinder zur Vormerkung erst nach der Geburt angemeldet werden. Töpfer empfiehlt Eltern, erst vorzumerken, wenn sie wissen, wann und wie das Kind betreut werden soll.

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