Lahr Orthodoxe Christen feiern Ostern einen Monat später

Seit vergangenem Sommer gibt es in Lahr eine orthodoxe Kirchengemeinde, die Pfarrei des Heiligen Geistes mit Sitz in der Unteren Hauptstraße 33 in Hugsweier. Am vergangenen Wochenende wurde dort Ostern gefeiert, im orthodoxen Glaubenskreis gut einen Monat später als bei Katholiken und Protestanten.

"Unsere Gemeinde wird nicht nur von Russen besucht, sondern auch von Deutschen, Griechen, Ukrainern, Weißrussen, Georgiern, Armeniern, Rumänen, Moldauern und anderen, jeder ist willkommen", sagt Vladislav Dikhanov, der Vorsteher der Kirchengemeinde.

Ostern in Russland besonders wichtig

Er ist Vater von fünf Kindern und seit 16 Jahren als Geistlicher aktiv. Das Kirchenoberhaupt konnte in kurze Zeit die Gemeindemitglieder für sich gewinnen und hat sich schnell mit der katholischen Kirche angefreundet, die half, ein Gebäude für die Orthodoxen zu finden. Unterstützung kam von Dekan Johannes Mette, OB Markus Ibert und Anette Korn von der CDU in Lahr, teilt die Gemeinde mit. Sie freut sich auch über die " wohlwollende Akzeptanz der orthodoxen Kirche in Hugsweier". Gestartet ist die Gemeinde mit fünf Gläubigen, jetzt sind es bereits mehr als 50 Gemeindemitglieder und die Zahl wächst. Viele Menschen kommen zu den großen orthodoxen Feiertagen wie Weihnachten und Ostern. Gottesdienste werden auf slawischer Sprache abgehalten. Die Gemeinde hofft, dass sie bald auch Gottesdienste auf Deutsch anbieten kann.

Das othodoxe Osterfest wurde von der kleinen Gemeinde groß gefeiert, berichtet Gemeindemitglied Elena Romme, die mit ihrer Familie in Lahr hauptberuflich einen Supermarkt betreibt, der vor allem auch bei Deutschen aus Russland sehr beliebt ist.

"In Russland ist Ostern das größte und schönste religiöse Ereignis im Jahr. Die Feierlichkeiten sind sogar prächtiger als an Weihnachten", weiß Romme. Nach dem prachtvollen, gut besuchten Ostergottesdienst in der Nacht von Samstag auf Sonntag endete auch für die Lahrer Gläubigen die Fastenzeit. Der Ostersonntag begann bei vielen deutsch-russischen Familien traditionell mit einem gemeinsamen, großen Frühstück. Die Festtafel wurde mit frischen Blumen, Weidensträußen und natürlich mit gefärbten Eiern dekoriert.

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