Lahr Ökologie steht im Mittelpunkt

Wollen wieder in den Gemeinderat: Dorothee Granderath und Sven Täubert. Foto: Archiv

Lahr (red/web) - Die Lahrer Grünen haben am Mittwochabend ihre Kandidatinnen und Kandidaten für die Gemeinderatswahl nominiert. Angeführt wird die Liste von Dorothee Granderath und Sven Täubert.

Die Vorsitzende des Ortsvereins, Katrin Kopp, wertete es bei ihrer Begrüßung als gutes Zeichen, dass so viele Personen gewonnen werden konnten, die sich zum ersten Mal für eine Kandidatur zur Verfügung stellten. So seien mehr als die Hälfte der Bewerber neu auf der grünen Liste.

Sie hob auch hervor, dass alle Altersgruppen von 18 bis 68 Jahren vertreten seien und sich die Liste deutlich verjüngt habe. Dies zeige einen gelungenen Generationswechsel bei den Grünen. Da zudem außer Claus Vollmer die vier übrigen amtierenden Gemeinderatsmitglieder alle wieder kandidierten, sei dies eine sehr gute Ausgangsposition für die Wahl im Mai.

Vor dem Einstieg in das Wahlprozedere berichteten die Fraktionsmitglieder von der Gemeinderatsarbeit der vergangenen Jahre und stellten die Leitlinien grüner Kommunalpolitik vor. "Eine der Hauptaufgaben des Gemeinderats ist die Kontrolle der Verwaltung", machte Stadtrat Sven Täubert deutlich. "Diese Aufgabe werden wir auch in Zukunft erfüllen."

Mit Blick auf ein Antreten der AfD bei der Gemeinderatswahl sagte Täubert, man werde auch in Zukunft alles dafür tun, um den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft zu stärken. "Lahr muss die weltoffene und tolerante Stadt bleiben, die sie bislang war", betonte Täubert weiter.

"Wir werden weiter die Ökologie in den Mittelpunkt unserer Arbeit stellen", so Stadträtin Dorothee Granderath. Dazu gehörten mehr Bäume für die Stadt.

Tempo 30 im Ort statt neuer Straßentrasse

Außerdem sei eine Verkehrspolitik wichtig, die umweltfreundlicher Fortbewegung klar den Vorrang einräume. "Eine Zerstörung des Schuttertals durch eine neue Straßentrasse, die nur noch mehr Schwerlastverkehr vom Kinzigtal nach Lahr zieht, lehnen wir ab – stattdessen wollen wir Tempo 30 in den Ortsdurchfahrten, Fahrverbote für Lkw und einen deutlich besseren Bustakt auf der B 415."

 Stadträtin Miriam Waldmann hob hervor, wie wichtig ein Umdenken in der Ernährung sei: "Wir Grünen werden uns im Einflussbereich der Stadt weiter für Produkte aus regionaler Erzeugung und einen maßvollen Fleischverzehr aus artgerechter Tierhaltung einsetzen." Außerdem wollen die Grünen weitere Baugebiete wie Hosenmatten oder Altenberg verhindern, damit sich die Stadt nicht auf Kosten von guten landwirtschaftlichen Flächen und Naherholungsgebieten immer weiter ausdehne. Die Kinderbetreuung solle dagegen die gute Qualität beibehalten.

Die Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum bezeichnete Stadträtin Sonja Rehm als eine der vordringlichsten Aufgaben der nächsten Jahre. Die vom Gemeinderat beschlossene Sozialwohnungsquote bei Neubauprojekten sei dabei konsequent einzuhalten. Die im vergangenen Jahr von einer Mehrheit des Gemeinderats gemachten Ausnahmen seien ein Fehler gewesen. Die grüne Gemeinderatsfraktion habe gegen diese Aufweichung der Sozialwohnungsquote gestimmt.

Bei den anschließenden Wahlen kandidierten fast doppelt so viele Frauen wie Männer auf der Liste.

Die Grünen-Liste nach Reihenfolge: Dorothee Granderath, Sven Täubert, Miriam Waldmann, Sonja Rehm, Taner Demiralay, Frank Himmelsbach, Thi-Dai-Trang Nguyen, Katrin Kopp, Nicolaus Wilhelm, Enrico Schandl, Annette Baader-Boetticher, Michael Paul, Annette Ising, Rebecca Bohnert, Silke Reibold, Volker Przibilla, Gabriele Jerger, Irene Schleimer, Lara Goldgräbe, Achim Weis, Beate Mährlein, Katinka Mangei, Christof Fischer-Rimpf, Silke Bohnert-Paul, Marion Göhringer, Steffen Bernack, Viola de Galgóczy, Christine Wiesner, Anne Lindenmeier, Margarete Papathanassopoulos, Stephan Lindner und Hanne Kaiser-Munz.

Ersatzbewerber sind Marieluise Rau und Lutz Hovestadt.

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