Lahr Nur wenige trotzen den Temperaturen

Lahr - Die brütende Hitze hat nicht nur die Trachtenträger unter dem Bollenhut schwitzen und Kirschtorten schmelzen lassen. Der Schwarzwaldtag auf der Gartenschau hat unter dem aktuellen Klima und einer eher mäßigen Besucherresonanz gelitten.

 

Bei Temperaturen weit über 30 Grad fällt es nicht leicht, die genussvollen und traditionsreichen Seiten des Schwarzwaldes unbeschwert und lustvoll zu genießen. Der Aktionstag "Zauberhafter Schwarzwald" hat am Sonntag nur wenig Besucher auf die Landesgartenschau gelockt, obwohl er mit einem üppigen und vielfältigen Programm aufgewartet hat. Es greift aber zu kurz, bei der Ursachenforschung nur auf die brütende Hitze der "Hundstage" zu schielen. Die Veranstalter haben das Ganze zu wenig kommuniziert, wie sich spätestens beim Finale mit den Alemannenrockern von "Ludi" in den Abendstunden zeigte. Ein frisches Lüftchen wehte nun über den Seepark und doch waren es gerade einmal knapp 100 Zuhörer, die dem Konzert der sympathischen Burschen aus dem Hochschwarzwald folgten.

Ganz ähnlich am Nachmittag das Bild bei den Informationsständen des "Treffpunkt Schwarzwald", wo sich Kunsthandwerker und regionale Erzeuger präsentierten, die Besucher altes Handwerk hautnah erleben konnten. Es tröpfelte alles vor sich hin, wie einer der Aussteller kommentierte.

Freiburger Puppenbühne spielte vor leeren Rängen

Die Aufführung der Freiburger Puppenbühne mit "Kasper und die Kuckucksuhr" erfreute nicht ein einziges Kinderherz, die Wanderausstellung des Nationalparks wurde ebenso kaum wahrgenommen wie die Fotokunst von Sebastian Wehrle, der mit der Kamera alte Trachten in ein neues, modernes Licht rückt. Auch die vom Treffpunkt Ortenau ausgehenden Themenführungen wurden wenig frequentiert. Etwas besser besucht war das Frühschoppenkonzert mit Stefan Polap und seinen "Schwarzwald Musikanten", dem wohl bekanntesten und erfolgreichsten Blasorchester der Region. Sie spielten zur Mittagszeit im Bürgerpark auf, reichten den Stab später an die fast zwei Dutzend Trachten- und Volkstanzgruppen weiter, die sich am Spätnachmittag noch einmal im Seepark präsentierten.

Zur Mittagszeit war hier unter dem Motto "Schwarzwälder Tapas trifft Speck:takel" ein Kochstudio angesagt. Verena Scheidel und Manuel Wasmer, die auf Tapas spezialisierten Gewinner des "Oskars" der Kochbuchliteratur, trafen hier auf Uwe Baumann, Sibylle Mayer und Thomas Feißt, die mit ihrem Buch "Speck:takel" dem Schwarzwälder Speck ein Denkmal gesetzt hatten. Herzhaft ging es hier zu, mit Hausmacher Wurstpasteten, Grünkernbällchen auf Rettichtartar und "Schwarzwaldbecher pikant".

Später wurde hier dann Daniela Moritz, die amtierende Königin der Schwarzwälder Kirschtorte, vorgestellt, aber auch ihr Vorgänger, der Bäckermeister Heinz Bernauer, der mit einer eher exotischen Variante aufwartete: Roggenmischbrot statt Biskuit, Meerrettichfrischcreme mit leckerer roter Bete statt Sahne und Kirschen – das Ganze garniert mit Cocktailtomaten und Speck.

Den passenden Kommentar zum Tag lieferte Martin Wangler, alias Fidelius Waldvogel, bei einem seiner Auftritte. "Wenn du den geschmolzenen Speck aus dem Schnapsglas trinken kannst, ist es für einen echten Schwarzwälder einfach zu heiß", merkte er trocken an, bevor er sich dem Brunstverhalten der Hirsche und dem "Laurentiusfest" auf dem Feldberg widmete.

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