Lahr Nicht nur der Umweltschutz verbindet Lahr und Alajuela

María Chaves Quirós, bisherige Bürgermeisterin von Alajuela Foto: Privat

Lahr - Die bisherige Bürgermeisterin von Lahrs Partnerstadt in Costa Rica, María Chaves Quirós, hat in einem Schreiben an die Lahrer Bevölkerung die "unzerbrechliche Freundschaft" zwischen den beiden Städten gelobt.

Bürgermeisterin der Partnerstadt lobt Freundschaft

Chaves hatte nach vier Jahren nicht mehr kandiert und ist am 1. Mai aus dem Amt ausgeschieden. Auf Initiative von Marlies Llombart, der Vorsitzenden des Freundeskreises Lahr-Alajuela, hat sich die ehemalige Bürgermeisterin an die Lahrer gewandt.

"Die Einheit der Völker ist eine schöne und wichtige Erfahrung, die Menschen vereint, die sich in ihrer Kultur, ihren Bräuchen und ihrer Entwicklung stark voneinander unterscheiden", schreibt María Chaves Quirós an die Adresse der Lahrer. "Als scheidende Bürgermeisterin bin ich stolz darauf, dazu beigetragen zu haben, diese Partnerschaft der beiden Städte zu vertiefen", so Chaves. Alajuela habe Partnerschaften mit anderen Städten geschlossen, aber es sei die Stadt Lahr gewesen, "die uns ein echtes Gefühl der Einheit, Zusammenarbeit, Solidarität und dauerhaften Zuneigung vermittelte".

Kunstausstellungen, Chorbesuche und Skulpturen

Die kulturellen Projekte gingen über die Chorbesuche zum Chorfestival "Alajuela canta" der "Kitchenchicks" hinaus, die Ausstellungen costa ricanischer Kunst auf deutschem Boden seien sehr erfolgreich gewesen. 2021 soll es eine weitere Ausstellung von Künstlern aus Costa Rica in Lahr geben. Die von Alajuela gestiftete Skulptur "Die Brüderschaft", die im Seepark steht, soll die Zuneigung zu Lahr manifestieren. "Der kulturelle Austausch war von grundlegender Bedeutung, und wir hatten das Glück, in unserer Stadt den Chor aus Lahr zu empfangen, die unser traditionelles Chortreffen ›Alajuela Canta‹ musikalisch bereicherte", so die frühere Bürgermeisterin. Der Schüleraustausch und der gemeinsame Kampf gegen den Klimawandel seien ebenfalls sehr wichtig. Dank der Zusammenarbeit mit der Stadt Lahr konnte Alajuela mit dem Bauprojekt der Klärschlamm-Aufbereitungsanlagen und der Kläranlage beginnen. Unterstützung aus Lahr gab es auch bei der Entwicklung von Unterrichtsmaterial für den Umweltsektor für Kinder auf Spanisch und Deutsch.

33 junge deutsche Freiwillige arbeiteten bislang jeweils für ein Jahr solidarisch mit der Unterstützung des Freundeskreises Alajuela-Lahr im Schwerstbehindertenheim Hogar Manos Abiertas. "Der Freundeskreis schenkte uns auch die Sonnenkollektoren, die sich auf dem Dach dieses Heims befinden", so Chaves. Um die Wäscherei der Einrichtung zu optimieren, wurde mit Unterstützung des Vereins im Dezember eine Industriewaschmaschine mit einem Waschmitteldosierapparat in Betrieb genommen werden. "Umweltschutz ist ein Thema, das uns sehr verbindet", so Chaves. Die Teilnahme an der Konferenz zum Klimawandel in Frankfurt sei eine einmalige Erfahrung gewesen.

Vom Rathaus zurück in den Schuldienst

"Mögen die Bande der Verbundenheit und des Verständnisses zwischen unseren Völkern auf dem richtigen Weg bleiben", schreibt Chaves.

Laut Marlies Llombart kandidierte Chaves nicht mehr als Bürgermeisterin, um mehr Zeit für die Familie zu haben. Die Tochter geht noch zur Schule, der Sohn studiert Medizin. Bevor sie Bürgermeisterin wurde, war Chaves Leiterin einer Grundschule. Jetzt leitet sie die Grundschule Adolfo Jiménez de la Guardia.

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