Lahr Neun Wohnungen im alten "Kaiser"

Sulz - Große Pläne in der Sulzer Ortsmitte: Ein Investor hat das markante Eckgebäude am Kaiserbrunnen gekauft, um darin barrierefreien Wohnraum zu schaffen. Im Mai sollen die Arbeiten beginnen, ein Jahr später die neuen Bewohner einziehen.

Das Sulzer Dorfzentrum befindet sich im Wandel: Während die umfangreiche und vor Kurzem abgeschlossene Neugestaltung der Ortsmitte noch lief, wurde bekannt, dass der "Engel" schließt. Wie berichtet, will eine Schweizer Investorin aus dem Gasthaus Eigentumswohnungen machen. Anfang 2021 soll’s losgehen.

Nun hat die LZ erfahren: Auch auf der gegenüberliegenden Straßenseite stehen bedeutende Änderungen an. Im Fokus: das imposante Haus an der Ecke Lahrer und Waldstraße. Ein Bauunternehmer aus der näheren Umgebung hat das Gebäude, das einst das Gasthaus Zum Kaiser und eine dazugehörige Metzgerei beherbergte, schon vor Monaten gekauft.

"Der Plan ist, das Objekt kernzusanieren und insgesamt neun barrierefreie Wohnungen darin zu errichten", so der Investor, der namentlich nicht genannt werden will, gegenüber der LZ. Vor allem Zwei-, aber auch Dreizimmer-Wohnungen sollen auf drei Etagen – zwei Voll-, ein Dachgeschoss – entstehen. Die Gesamtwohnfläche soll nach dem Umbau 580 Quadratmeter betragen.

Die Zielgruppe für die neuen Wohnungen sind vornehmlich, wenn auch nicht ausschließlich Senioren: "Grundsätzlich bauen wir für alle Generationen", sagt der Bauherr, "aber die Nachfrage von älteren Menschen nach passenden Wohnungen ist groß – auch in Sulz." Die Barrierefreiheit soll durch einen Außenaufzug im Innenhof des Eckgebäudes erreicht werden. Dort sind auch Parkplätze geplant, einer pro Wohneinheit.

Gebäude hat eine lange Tradition

Das Gebäude in der Sulzer Ortsmitte hat eine lange Tradition, ist laut dem neuen Eigentümer aber nicht denkmalgeschützt. Lediglich die Marienstatue an der Außenwand dürfe nicht angetastet werden. Eine Spezialfirma soll sie restaurieren.

Ansonsten bleibe nicht viel, wie es ist, sagt der Investor: "Wir machen alles komplett neu, von der Fassade übers Dach bis zu den Fenstern." Der historische Charme des Komplexes soll dennoch erhalten bleiben, etwa die 3,40 Metern hohen Zimmerdecken. Der Unternehmer ist sich sicher: "Das wird eine richtig gute Sache."

Mit 1,5 Millionen Euro Gesamtkosten, inklusive Kaufsumme, plant der Investor, der alle neun Wohnungen verkaufen will. Interessenten gebe es bereits: "Für Eigennutzung, aber auch von Kapitalanlegern, die vermieten wollen."

Noch wohnen die bisherigen Eigentümer in dem Haus. Ihr Auszug ist für Ende März vorgesehen. Der Bauantrag sei fast fertig, noch gebe es letzte Details mit der Stadt zu klären. "Im Mai wollen wir loslegen, wir rechnen mit einer Bauzeit von etwa einem Jahr", sagt der Unternehmer.

Notartermin

Eigentlich sollte das Wohnprojekt in der Sulzer Ortsmitte noch größer werden. Laut dem Investor wollte er neben dem ehemaligen "Kaiser" ein weiteres sanierungsbedürftiges Haus dahinter kaufen. "Da hätten wir drei weitere Wohnungen schaffen können." Der Notartermin sei jedoch in letzter Sekunde geplatzt. Die genauen Gründe will der Bauunternehmer nicht nennen, sagt aber: "Die Kaufsumme hätte sich verdoppelt, das war dann leider nicht mehr darstellbar."

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