Lahr Vandalismus auf dem Langenhard: Artenvielfalt der Hinterwälder-Rinder gefährdet

Dass künftig Hinterwälder Rinder auf dem Langenhard weiden, stößt auf Kritik. Foto: Archivfoto: Schabel

Lahr (red/sm) - Der Naturschutzbund klagt über Vandalismus auf dem Langenhard: Wiederholt hätten Unbekannte den Draht des Weidezauns durchgeschnitten, der für die Hinterwälder Rinder gedacht ist.

Rinderweiden stark umstritten

Die Beweidung des Naturerbe-Gebiets auf dem Langenhard nicht mehr durch Schafe, sondern durch Rinder ist in der Bevölkerung wegen der Umzäunung stark umstritten (wir haben mehrfach berichtet). In einer Pressemitteilung weist der Naturschutzbund noch einmal darauf hin, dass er mit der Hinterwälder-Beweidung eine "Strategie zur Erhöhung der Artenvielfalt" im Gebiet des Nationalen Naturerbes verfolge, das von einem Monitoring begleitet werden wird.

Zugleich solle die Hinterwälderrasse vor dem Aussterben bewahrt werden. Zwischenergebnisse will der Nabu regelmäßig veröffentlichen.

Kriminelles Verhalten führt zu Schadensfall

In krassem Gegensatz zu der öffentlichen und naturschutzfachlichen Wertschätzung des Projekts stehe das Verhalten einiger Mitbürger, die, wie der Langenhard-Beauftragte der Nabu-Bundesstiftung, Walter Caroli mitteilt, sich in krimineller Weise wiederholt als Drahtabschneider betätigten.

Dies hat jetzt wieder zu einem Schadensfall geführt. "Der Nabu wird seine Beobachtung verstärken und im Wiederholungsfall Strafanzeige gegen Unbekannt stellen", so Caroli.

Kaputte Zäune gefährden das Wild

"Die abgeschnittenen Drähte gefährden nicht nur das Projekt, sie sind auch für das Wild gefährlich", betont der Naturerbe-Beauftragte. "Nach Auffassung des Nabu haben ein Teil der örtlichen Berichterstattung und egoistische Verlautbarungen und Proteste von Nutzern, die sich um den Erhalt von Natur und Landschaft und die Verbesserung der Artenvielfalt wenig scheren, zu einer partiellen destruktiven Haltung in der Bevölkerung beigetragen", so Caroli weiter.

Erholungsgebiet ist nicht eingeschränkt

Die Nabu-Verantwortlichen weisen erneut darauf hin, dass die Aufenthaltsqualität im Gebiet, das Privateigentum des Nabu ist, für Erholungssuchende nicht eingeschränkt sei.

Lediglich das Campieren im Gelände, das freie Umherstreifen von Hunden und das Abweichen von den Wegen solle unterbunden werden.

Beim Freizeitverhalten (Drachensteigen lassen) sei der Nabu sogar mit der Bereitstellung einer Fläche im Herbst Familien mit Kindern entgegengekommen.

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