Lahr Mutter auf Probe: Schülerinnen üben mit Babysimulator

Liana Hofmann (links) und Angelina Petri mit ihren Babysimulatoren "Johannes" und "Pedro" Foto: Caritasverband

Lahr (red/sm) - Das Projekt "Babybedenkzeit" des Caritasverbands macht es möglich: Fünf Schülerinnen der Maria-Furtwängler-Schule waren "Mütter auf Probe" und verbrachten vier Tage und drei Nächte mit einem Babysimulator.

Versorgung wie bei echtem Baby

Der Babysimulator muss wie ein richtiges Baby versorgt werden – inklusive Füttern, Aufstoßen, Wiegen und Wickeln, erläutert der Caritasverband sein Angebot. Durch das "Elternpraktikum" sollen die Teilnehmerinnen lernen, die Anforderungen und Bedürfnisse eines Säuglings zu erkennen und erleben, was es bedeutet, Verantwortung für ein Kind zu übernehmen. Zudem werden sie durch das Präventionsprojekt sensibilisiert, in der eigenen Lebensplanung verantwortungsvoll zu entscheiden.

Im Vorfeld bereiteten Franziska Pampuch, Sozialarbeiterin der Schwangerschaftsberatung, und Studentin Julia Abele die Schülerinnen auf ihr Eltern-Dasein vor. Sie erklärten, was ein Säugling braucht, wie man mit einem Kind umgeht und worauf geachtet werden muss. Während der Aktion simulieren die "Robobabys" realistische Tagesabläufe eines Säuglings. Gleichzeitig zeichnet ein eingebauter Computer auf, ob, wie schnell und regelmäßig die "Eltern" ihr "Baby" versorgen.

"Mir hat das Projekt Spaß gemacht, weil mein Babysimulator Pedro pflegeleicht war und viel geschlafen hat", berichtet Schülerin Angelina Petri. Am 5. März wurden die Ergebnisse gemeinsam ausgewertet und die Teilnehmerinnen erfuhren, wie gut sie sich als Eltern geschlagen haben. Die 16-jährige Liana Hofmann resümiert ihr "Elternpraktikum": "Es war zwar sehr anstrengend, aber ich würde das Projekt nochmal machen, da es mir gut gefallen hat."

Schwierige Elternzeit für die Schülerinnen

Doch so wie Angelina und Liana ging es nicht allen Schülerinnen, so der Caritasverband, berichtet der Caritasverband. Schon nach kurzer Zeit wurde den Teilnehmerinnen bewusst, dass das Elternsein viel Geduld, Durchhaltevermögen, Selbstaufgabe und Fürsorge erfordert. Auch der Tagesablauf musste komplett umgestaltet werden, da das Baby ihre volle Aufmerksamkeit brauchte.

Vor allem die schlaflosen Nächte machten den Teenagern zu schaffen. Da blieben Augenringe und Konzentrationsschwierigkeiten in den folgenden Schulvormittagen nicht aus. "Ich warte lieber noch mit der Familienplanung. Mit Schule und Ausbildung wird das sonst ziemlich stressig", war das Fazit der Schülerinnen, nachdem sie sich von ihren "Säuglingen" verabschiedet haben und sie wieder in ihre Aufbewahrungsboxen zurücklegten.

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