Lahr Musikalische Kontrastprogramme geboten

Lahr - Hansy Vogt und die "Feldberger" haben am Samstagabend für beste Stimmung auf der großen Bühne der Landesgartenschau gesorgt. Im Bürgerpark musizierte "Violentango", ein Quintett aus Argentinien, das eine Spielart des "Tango nuevo" servierte.

 

Das weitläufige Areal der bisher größten Landesgartenschau in Baden-Württemberg öffnet ganz nebenbei auch den Raum für musikalische Kontrastprogramme. Auf der großen Bühne im Seepark heizten am Samstagabend die Stimmungskanonen des Schwarzwalds, die Feldberger um Frontmann Hansy Vogt ein. Von dem eher volkstümlich angelegten, mit viel Schwung mächtig für Stimmung sorgenden Partyevent völlig unberührt, setzte auf der Bühne im Bürgerpark eine Band aus Argentinien eine ganz andere Duftmarke. "Violentango" servierte dort eine feinsinnige, mit progressiven Elementen durchzogene Spielart des Tangos.

Der große Besuchermagnet am ersten Samstag der Landesgartenschau in Lahr waren aber selbstverständlich die Feldberger, die seit mehr als drei Jahrzehnten mit ihrer Musik und der Performance für gute Laune und begeistert mitgehende Fans sorgen. Die 2008 zu den musikalischen Botschaftern der Tourismusregion Schwarzwald ernannte Truppe wartete mit einem schwungvoll krachenden Heimspiel auf, das die Freunde volkstümlicher Schlager und Popklänge regelrecht in Verzückung versetzte. "Hallo, uns geht es gut" und "Schön ist es auf der Welt zu sein", lautete das gleich zum Auftakt ausgegebene Motto des Abends, mit dem die vier Burschen aus den Hochlagen des Südschwarzwaldes fast zwei Stunden lang ordentlich punkteten.

Hansy Vogt, der in Ettenheim lebende Frontmann und Sänger der Gruppe, hätte es im Grunde gar nicht nötig gehabt, das Publikum immer wieder mit seinen Showtafeln zum "Jauchzen", "Klatschen" oder "Mitsingen" zu animieren. Für den blonden Strahlemann der volkstümlichen Unterhaltung gehört es aber einfach zum Erfolgsrezept, das Publikum immer wieder mit einzubeziehen und zum Mitmachen zu animieren.

Vogt ist der fröhliche, immer zu Späßen aufgelegte Einheizer der Truppe, der zwischendurch rote Rosen verteilt und zum Schunkeln einlädt, oder "herzerfrischend echt" für den Schwarzwald die Werbetrommel rührt. Den Rest besorgen Chris Laubis am Akkordeon, Lothar Böhler am Bass und Joe Kuttruff am Schlagzeug. Die vier Stimmungskanonen sorgten für eine immer wieder überschäumende Stimmung, setzten ein erstes Glanzlicht der noch jungen Landesgartenschau.

Auf der anderen Seite der Bundesstraße verzauberten zur gleichen Zeit fünf ambitionierte Musiker aus Buenos Aires, die gut 100 Musikfreunde vor der Bühne im Bürgerpark. Adrian Ruggiero am Bandoneon und seine vier Mitstreiter von "Violentango" servierten ungemein feinsinnig angelegte Tangoklänge, in die sich immer wieder Improvisationen und perlende Gitarrenduette mischten. Dort blitzten entspannt wippende Jazzharmonien auf, entwickelten sich immer neue, vom "Tango nuevo" inspirierte Klanglandschaften, die fast kammermusikalisch in die Gefilde der progressiven Rockklänge der 1970er-Jahre abdrifteten und im freien Dialog der fünf Instrumente das musikalische Spannungsfeld des Tango ausloteten.

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