Lahr Bauplanung: Moschee ist bald fertig

die Moschee in der Vogesenstraße ist fast fertig. Offizielle Einweihung soll am 12. Oktober sein. Foto: Braun

Lahr - Die Moschee in der Vogesenstraße ist fast fertig, am 12. Oktober soll das Gebäude offiziell eingeweiht werden. Rund 2,8 Millionen Euro kostet das Gotteshaus neben dem LGS-Gelände.

Nach knapp drei Jahren Bauzeit ist der Rohbau der Moschee fertig. Ende Januar wurde nun auch mit den Innenarbeiten begonnen, berichtet Hasan Babur, Vorsitzender der Türkisch-Islamischen Gemeinde Lahr, die zum Ditib-Verband gehört. Die Wände sind innen bereits weiß gestrichen, am Eingang stehen noch ein paar übrig gebliebene Farbeimer.

Der große Raum des Gotteshauses im Untergeschoss wird derzeit als Gebetsraum genutzt. Überall sind rote Teppiche ausgelegt. Sobald der Brandschutz gewährleistet ist, sollen die Gebete im ersten Stock stattfinden. Erste Feuermelder wurden dort bereits angebracht.

Auch im ersten Stock hat sich schon viel getan. Die komplette Wand unterhalb der Kuppel ist geweißelt, auf insgesamt 39 Meter Länge steht der Name Allahs in 99 verschiedenen Sprachen. Im Gegensatz zum sonst eher steril gehaltenen Weiß ist der Gebetsraum sehr bunt. An den Wänden sind in arabischen Schriftzeichen die Namen von Propheten eingezeichnet. Später sollen noch deutsche Übersetzungen hinzukommen.

Neben Waschräumen für Männer und Frauen wird es auch Büros, einen Informationsraum sowie einen separaten Raum für Frauen und Kinder geben. "Das ist der schönste Raum im ganzen Gebäude mit Blick auf die Landesgartenschau", sagt Babur.

Am Eingang des Gebäudes ist ein gastronomischer Betrieb geplant. "Am liebsten wäre mir ein richtiges türkisches Restaurant", sagt Babur. Bisher wäre man sich mit den Interessenten noch nicht einig geworden, auch eine Bäckerei hatte Interesse an den Räumlichkeiten angemeldet.

Vor knapp drei Jahren, am 24. April 2016, war der Spatenstich. Damals rechnete Babur mit einer Bauzeit von zwei bis drei Jahren. Heute weiß er: "Es hat ganz gut hingehauen." Zusätzliche Zeit habe vor allem der schlammige Boden sowie der zusätzliche Ausbau eines Kellers verschlungen. "Der Bau ist kein normaler Bau, der hat seine Schwierigkeiten." Vor allem die Kuppel, der schwerste Teil des gesamten Gebäudes, hätte sehr viel Zeit gekostet. Babur spricht von "260 Tonnen Beton und Stahl ohne Ende". Die Grundfläche der Moschee umfasse 720 Quadratmeter, die Nutzfläche verteilt auf drei Stockwerke sowie den Keller insgesamt 2250 Quadratmeter.

Gesamtkosten liegen bei 2,8 Millionen Euro

"Ich habe meine Höhenangst verloren, als ich in 30 Meter Höhe das Minarett gestrichen habe", schmunzelt Babur. Fast jeden Tag sei er vor oder nach der Arbeit in der Moschee gewesen, um mit Hand anzulegen. Von Anwohnern hätte es während des Baus keine negativen Reaktionen gegeben, auch wenn sie manchmal bis ein oder zwei Uhr nachts gearbeitet hätten, sagt er. "Die Wände sind dick hier."

Die Gesamtkosten werden sich auf rund 2,8 Millionen Euro belaufen, schätzt Babur. Für die Moschee habe die türkische Gemeinde einen Kredit von 1,2 Millionen Euro aufgenommen. Der Rest, rund 1,6 Millionen Euro, sei durch Spenden finanziert worden. Die Gemeinde habe auch schon damit begonnen, den Kredit zurückzuzahlen. "Wir haben verschiedene Aktionen gemacht, um Spenden zu sammeln. Jeder hat beispielsweise einen Stein für die Moschee gekauft", so Babur. Mit großem Erfolg. "Die Leute haben gesehen, es bewegt sich was und es wächst." Das alte Gebäude in der Friedrichstraße, in dem vorher gebetet wurde, sei bereits verkauft worden.

Bereits seit Mitte April vergangenen Jahres wird das Gebäude genutzt, offiziell eingeweiht werden soll die Moschee am 12. Oktober. Bis dahin sollen auch noch die sechs fehlenden Türen, Gebetsteppiche ausgelegt sowie ein Aufzug eingebaut sein. Auch Führungen für interessierte Lahrer sind für die Zukunft geplant. "Jeder ist hier willkommen, egal welche Hautfarbe und egal, welcher Religion."

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