Lahr Mit 91 "Sachen" durch 30er-Bereich gerast

Die Fahrer, die hier zu sehen sind, haben sich am südlichen Ortseingang von Kippenheim an das vorgeschriebene Tempo 30 gehalten. Doch das tun nicht alle: Ein Wagenlenker wurde dort im Vorjahr mit 91 "Sachen" geblitzt. Foto: Schabel

Lahr/Kippenheim - Strafzettel für Raser und Falschparker haben im vergangenen Jahr 992.310 Euro in die Lahrer Stadtkasse gespült. Das ist weniger als 2019, denn die Zahl der Verkehrsverstöße ist spürbar gesunken – wohl auch eine Folge der Corona-Krise.

 Das Beispiel Kippenheim

Nahezu jeder Autofahrer hat diesen Schreckmoment wohl schon erlebt: Ein roter Blitz, der reflexartige Tritt auf die Bremse und der bange Blick auf den Tacho, verbunden mit der Frage: Wie viel war ich drüber? Vor allem am südlichen Ortsende in Kippenheim ist es vielen Fahrern so ergangen, seit dort im März 2018 Tempo 30 eingeführt wurde.

An der Blitzersäule an der B 3 hatte es 2018 noch 22.732 Mal "Bitte recht freundlich" für Fahrer geheißen, die schneller als erlaubt waren. 2019 wurden dort dann schon nur noch 13.310 Fahrer geblitzt. Im vergangenen Jahr ist die Zahl dann nochmal deutlich gesunken – auf "nur" noch 6647 Fälle. Es hat sich mittlerweile also herumgesprochen, dass am Ortseingang von Kippenheim langsamer gefahren werden muss.

 Corona-Krise zeigt Wirkung

Die Lahrer Stadtverwaltung hat eine Erklärung, weshalb 2020 in Kippenheim und bei den stationären Blitzern in Lahr weniger Raser als in den Vorjahren registriert wurden: In der Corona-Krise habe sich der Verkehr verringert, folglich seien weniger Verkehrsverstöße registriert worden, heißt es in der Mitteilung aus dem Rathaus.

Insgesamt 24.580 Verfahren gegen Temposünder (2019: 35 .600)­ sind im Vorjahr eingeleitet worden, teilt die Verwaltung mit, die meisten weiterhin nach Vergehen beim Blitzer in Kippenheim, der in beide Fahrtrichtungen misst. Außer der Anlage dort hatte die Stadt sechs weitere stationäre Blitzer in Betrieb (siehe Info).

Die Zahlen sind dabei allgemein zurückgegangen, beim Blitzer in Burgheim etwa von 4392 Fällen im Jahr 2019 auf 2218 Fälle (davon 18 Rotlichtverstöße). Signifikant ist auch der Rückgang der Raser-Fälle in der Geroldsecker Vorstadt – dort waren 2019 insgesamt 800 Fälle registriert worden, 2020 nur noch 332.

 Mehr rasende Radler

Am Urteilsplatz werden mehr Geschwindigkeitsverstöße denn je von Radfahrern begangen. Im Vorjahr wurden dort sage und schreibe 2764 Radler geblitzt – ein deutlicher Anstieg gegenüber 2019, als "nur" 1986 erwischt worden waren, die dort schneller als mit der erlaubten Schrittgeschwindigkeit langradelten.

Sollten die Fahrer bekannt sein, werden Verfahren eingeleitet, so die Stadt. Außerdem kontrolliere der Kommunale Ordnungsdienst dort auch immer wieder in Zivil –­ dabei werden "rasende" Radfahrer angehalten, um ihre Personalien festzustellen und ein Bußgeldverfahren einzuleiten.

 138 Fahrverbote

Autoraser dürfen sich auch abseits der fest installierten Anlagen nicht in Sicherheit wiegen, denn die Stadt setzt auch auf mobile Geschwindigkeitsüberwachung. An 87 Tagen wurde mit mobilen Blitzern gemessen. Vor allem an neuralgischen Punkten wurde kontrolliert, etwa vor Schulen und Kindergärten.

2020 wurden 138 Fahrverbote verhängt. Ein Fahrverbot erhält, wer 31 Stundenkilometer innerorts, 41 Stundenkilometer außerorts überschreitet oder zweimal innerhalb eines Jahres 26 Stundenkilometer zu schnell fährt.

Ein besonders dreister Raser bretterte mit Tempo 91 durch den 30er-Bereich in Kippenheim – logisch, dass die Stadt ihn aus dem Verkehr gezogen hat, er seinen Führerschein losgeworden ist.

 Mehr Parksünder

Während die Zahl der Raser in Lahr gesunken ist, ist die der Parksünder größer geworden, wohl auch eine Folge davon, dass das Gehwegparken seit dem Vorjahr konsequenter geahndet wird. So stiegen die Einnahmen durch "Knöllchen" gegen Falschparker von 206.000 Euro anno 2019 auf 251.358 Euro im Vorjahr.

Insgesamt 14 .671 Verfahren Verfahren gegen Falschparker wurden eingeleitet (2019: 13.500). Weitere Einnahmen gab es durch Unfallverursacher und sonstige Ordnungswidrigkeiten, etwa das Überfahren einer roten Ampel.

Addiert man alle Verwarnungs- und Bußgelder zusammen, die die Stadt 2020 von Verkehrssündern kassiert hat, ergeben sich 992.310 Euro. Das ist weniger als 2019 – damals waren durch "Knöllchen" 1,15 Millionen Euro eingenommen worden. 2018 waren es sogar 1,44 Millionen Euro gewesen.

Erfreulich ist die Entwicklung bei den Unfallzahlen: 332 Unfälle wurden 2020 in Lahr registriert, gegenüber 410 im Jahr 2019.

Blitzerbilanz

Die Stadt Lahr hatte 2020 sieben stationäre Blitzer in Betrieb –­ hier ihre Bilanz:

 Burgheim: 2218 Fälle, davon 18 Rotlichtverstöße

 Schwarzwaldstr.: 41 Fälle

 Geroldsecker Vorstadt: 332 Fälle

 Kippenheim: 6647 Fälle

 Urteilsplatz: 3867 Fälle, davon 2764 Radfahrer

  Reichenbacher Hauptstraße: 1385 Fälle

 Kuhbacher Hauptstraße: 1295 Fälle

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