Lahr Mehr Verständnis für Wohnungslose ist das Ziel

Vertreter der Diakonie und anderer Hilfsorganisationen präsentieren die Idee eines "Bunten Brunches". Foto: Baublies Foto: Lahrer Zeitung

Lahr. Obdachlose haben keine nennenswerte Lobby: Mit einem "Bunten Brunch" am Freitag, 21. September, auf dem Marktplatz wollen Vertreter des Diakonischen Werk und andere Hilfsorganisationen aus Lahr und dem Landkreis auf diese Schicksale aufmerksam machen.

Annedore Braun von der Diakonie, Birgit Hügel vom Café Löffel, Thomas Kaiser von der Caritas, Stephan Lindner von der Drogenhilfe und Klaus Bilek von der Suchtberatung Lahr sowie Eva Christoph vom Offenburger Ursulaheim und Annekathrin Fleig vom Ortenaukreis stellten die Idee des Bunten Brunches vor. Dass diese Idee gerade jetzt aufgekommen ist, hat einen Grund. Es gebe viel zu wenig Wohnraum, um diesen Menschen zu helfen.Einig waren sich alle bei der Präsentation im Zeit-Areal, dass diese Menschen dringend Hilfe benötigen. Dabei ist eine Schwierigkeit, dass die Zahl der Wohnungslosen nicht genau bezifferbar ist. Manche seien aus Angst untergetaucht, andere würden es in einer Obdachlosenunterkunft nicht ertragen. Kaiser: "Jeder dieser Menschen hat eine Biografie, die sehr unterschiedlich verlaufen kann." Wichtig sei, auf diese Menschen zuzugehen. Ein "Guten Tag" könne da – je nachdem – mehr bewirken als eine eher geringe Gabe. Man müsse auch lernen, einen Menschen zu akzeptieren, der auf einer Parkbank übernachtet hat.

Hier aber beginnt der Teufelskreis. Kaiser erklärte das so: "Ohne Wohnung ist alles nichts." Jemand ohne Wohnsitz habe keine Chance auf einen Arbeitsplatz. Ohne geregelte Arbeit gebe es aber auch keinen Mietvertrag. Die Obdachlosenunterkunft in der Biermannstraße sei da auch keine Lösung. Braun nannte das "vergebliche Liebesmüh". Ein trockener Alkoholiker, der nach 18 Monaten aus einem betreuten Wohnprojekt ausziehen müsse und dann wieder im Obdachlosenheim lande, sei völlig umsonst therapiert worden.

Daher stammt die Idee des "Bunten Brunches". Die Initiatoren möchten alle Otto-Normal-Bürger am Freitag, 21. September zwischen 11 und 13.30 Uhr auf den Marktplatz zu einem Picknick einladen. Die Gäste sollten etwas zu essen, Getränke und Geschirr mitbringen. Für Betroffene wird das gestellt. Die Idee dahinter: Besucher können mit den Betroffenen ins Gespräch kommen. Der Chor des Café Löffel und die Theatergruppe "Freistil" aus Freiburg treten auf. Wenn etwa 150 bis 200 Menschen zusammenkommen, sei das ein Erfolg, so die Organisatoren.

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