Lahr Mehr Lahrer suchen Rat und Hilfe

In den häufigsten Fällen wenden sich die Klienten aufgrund ihrer Alkoholsucht an die Lahrer Suchtberatung. Die Zahl der Hilfesuchenden stieg 2019 von 530 auf 566 Personen an. Foto: Symbolfoto: Hase

Lahr - Die Suchtberatung Lahr hat im Jahr 2019 mehr Anfragen bekommen, mehr Therapien vermittelt und mehr Bedürftige als 2018 kamen mehrmals zur Beratung. Das geht aus dem Jahresbericht der Beratungsstelle hervor.

Nachfrage nach Beratung gestiegen

Die Suchtberatungsstelle Lahr hat 2019 mehr Personen beraten, als noch im Jahr davor. Laut Bericht der Suchtberatungsstelle meldeten sich 2019 insgesamt 894 Klienten, 595 davon kamen mehr als einmal zur Beratung. 94 Hilfesuchende begannen eine stationäre Rehabilitation, 2018 waren es noch 60 gewesen. Auch die ambulante Rehabilitation wurde verstärkt angenommen. 46 Personen nutzten diese Möglichkeit der Suchthilfe; zur Nachsorge kamen anschließend 31 Personen.

Angebot für russischsprechende Personen leicht rückläufig

Das muttersprachliche Angebot für Personen aus dem russischen Sprachraum werde laut der Suchtberatung weiterhin nachgefragt und auch von den Zuweisern wie Krankenhäusern, Ärzten und Entgiftungsstationen geschätzt. "Insgesamt geht die muttersprachliche Beratung jedoch in den letzten Jahren leicht zurück", heißt es in dem Jahresbericht. 28 Personen wurden von der russischsprachigen Mitarbeiterin beraten und vermittelt. 2018 hatten sich in der Beratungsstelle noch 37 Hilfsbedürftige gemeldet.

Seminare zur MPU-Vorbereitung

Zulauf verzeichneten im vergangenen Jahr auch die Seminarangebote der Suchtberatung. 26 Teilnehmer besuchten den Kurs zur MPU-Vorbereitung, für diesen Bereich wurden auch Einzelberatungen angeboten. "Die Seminare werden von den Teilnehmern stets sehr gut bewertet und sind anerkannt", berichtet die Suchtberatung.

Neu im Angebot der Suchtberatung ist seit Mai 2019 die offene Sprechstunde im Bürgerzentrum Kanadaring an jedem ersten und dritten Donnerstag im Monat. Noch in diesem Jahr soll das Angebot um eine russischsprachige Sprechstunde sowie eine Infoveranstaltung zum Thema Sucht ergänzt werden.

Seit September 2019 ist auch die therapiebegleitende Ohrakupunktur nach dem NADA-Protokoll im Programm der Suchtberatung. "Das Angebot wurde bereits rege genutzt; zwei Klienten berichteten nach zehn Sitzungen tatsächlich davon, mit dem Rauchen aufgehört zu haben", heißt es im Bericht.

Alkohol bleibt das größte Problem

Der geplante Umzug der Beratungsstelle, der für 2019 vorgesehen war, verschiebt sich weiter. "Wir sind noch in den alten Räumen, da die Baufreigabe in der Brestenbergstrasse noch dauert", so die Suchtberatung. Daher solle das Umzugsprojekt erst in diesem Jahr bis zum Sommer realisiert sein.

Der Hauptgrund für die Hilfesuchenden, die Beratungsstelle zu kontaktieren, war die Alkoholsucht. 566 Klienten (530 waren es 2018) suchten deshalb die Hilfe der Einrichtung. Zudem meldeten sich 48 Spielsüchtige, zehn Menschen mit Online- beziehungsweise Mediensucht, 23 Cannabissüchtige (33 im Jahr 2018), elf Menschen mit einem Opioide-Problem, elf Medikamentenabhängige (vier Fälle im Jahr 2018) und 50 Angehörige ohne eigenes Suchtproblem.

Die Suchtberatung Lahr vermittelte im vergangenen Jahr 106 Personen in eine Entzugsbehandlung in verschiedenen Kliniken, 94 Klienten begannen eine stationäre Rehabilitation und 46 Hilfsbedürftige nahmen die ambulante Rehabilitation direkt bei der Beratungsstelle in Lahr wahr.

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