Lahr Medaillen satt beim Becken-Comeback

Den Jugendschwimmern vom SSV Lahr gelangen im Schatten des Westfalenstadions in Dortmund jede Menge Rekordzeiten und Podestplätze.Foto: Verein Foto: Lahrer Zeitung

Die Corona-Wartezeit hat für die Schwimmer des SSV Lahr ein Ende gefunden. Beim ersten Becken-Wettkampf seit März errangen die jungen Athleten beim Speedo-Meeting in Dortmund 24 Siege und 70 Podestplätze.

Mit einem 18-köpfigen Aufgebot waren die Lahrer im Dortmunder Freibad Volkspark vertreten. Zur Vorbereitung auf den ersten Härtetest seit Langem diente den jungen Athleten im Alter zwischen neun und 15 Jahren ein Trainingslager in der letzten Sommerferienwoche im heimischen Lahrer Terrassenbad.

Die Trainingsmühen hatten sich in Westfalen gelohnt: In Topform hinterließ das Team eine Bilanz von 88 persönlichen Bestzeiten bei 114 Starts. Gegen hochklassige Jahrgangskonkurrenz aus acht Bundesländern sowie aus Belgien und den Niederlanden stand außerdem 70 mal ein Lahrer Schwimmer auf dem Podest, davon 24 mal ganz oben.

Manuel Tomm schlägt in Rekordzeit an

Lahrer Höhepunkt des Wochenendes war der Auftritt des 13-jährigen Ausnahmetalents Manuel Tomm über die 200-Meter-Distanz im Brustschwimmen. Nachdem er sich im März für die später der Pandemie zum Opfer gefallene Deutsche Jahrgangsmeisterschaft qualifiziert hatte, legte Tomm nach und unterbot seine Lahrer Rekordzeit vom Frühjahr nochmals deutlich. In Dortmund schlug er nach 2:33,75 Minuten an. Dies bedeutet aktuell Deutsche Jahresbestleistung seines Jahrgangs. Ein Platz für den voraussichtlich im Dezember stattfindenden Nachholtermin für die Deutsche Jahrgangsmeisterschaft ist für den fleißigen Vorzeigeathleten damit in greifbare Nähe gerückt. Auch die halbe Brustdistanz legte er in 1:14,06 Minuten schneller als je ein Lahrer Schwimmer vor ihm zurück.

Dies gelang auch Franziska Roth. Über 50 Meter Brust in 36,95 Sekunden sowie über die doppelte Distanz in 1:18,96 Minuten stellte die 14-Jährige neue Lahrer Rekorde auf. Erfolgreichste Edelmetalljägerin war die 13-jährige Kathrin Ermantraut. Sie sicherte sich fünfmal den Goldrang. Nick Beratz gelang es indes, bei jedem seiner neun Starts aufs Podest zu schwimmen. Dabei errang er drei Mal Gold, so auch über 50 Meter Schmetterling, die er in neuer Lahrer Altersrekordzeit von 29,15 Sekunden zurücklegte.

Seine starke Trainingsform brachte auch Theo Gerdt in das Dortmunder Wasser ein. Wie Beratz sicherte er sich dreimal Gold. Seinen stärksten Auftritt lieferte Gerdt erwartungsgemäß über 200 Meter Freistil ab. Der Zwölfjährige schlug in Lahrer Altersrekordzeit von 2:17,30 Minuten an und belegt damit in seinem Jahrgang aktuell ebenfalls einen Platz unter den stärksten 16 deutschen Schwimmern seines Jahrgangs, der zum Stichtag zur Teilnahme an der Deutschen Jahrgangsmeisterschaft berechtigt.

Auch die Nachwuchstalente Christian Toryanik und Erik Kister gehörten in Dortmund zu den besten ihrer Jahrgangskonkurrenz. Beide sammelten erstmals Lahrer Altersrekorde. Während Brustspezialist Toryanik über 50 Meter in 45,14 Sekunden und 100 Meter in 1:35,12 Minuten zuschlug, sicherte sich Kister den Rekord über 100 Meter Rücken in 1:30,58 Minuten.

Trainingssituation im Herbst bleibt ungewiss

Die 14-jährige Marlene Schmidt schwamm sich zu je zwei Medaillen von jeder Farbe. In ihrem stark besetzten Jahrgang siegte die Seelbacherin über 100 und 200 Meter Schmetterling. Über letztere Strecke stellte sie in 2:40,69 Minuten ebenfalls eine neue Lahrer Altersbestmarke auf. Weitere Medaillenränge und persönliche Bestzeiten erschwammen sich in Dortmund Emma Häußermann, Lara-Marie Karl, Maximilian Spathelf, Anastasia Savenkov, Enzo Fath, Danil Osipenko, Edward Schwan, Martina Lausen, Lotta Pankrath und Daniel Toryanik.

Nach einem Sommer, in dem die Mannschaft des SSV Lahr von optimalen Trainingsbedingungen im Lahrer Terrassenbad profitierte und die Saison in Dortmund krönen konnte, ist nun die künftige Trainingssituation ungewiss. Insbesondere den Kandidaten für die gegen Jahresende anstehende Deutsche Jahrgangsmeisterschaft fehlt wohl zunächst die Möglichkeit des Trainings auf einer 50-Meter-Bahn, denn das Freiburger Westbad öffnet wohl erst Mitte Oktober unter bislang unbekannten Auflagen. Währenddessen hofft die Breite der zuletzt qualitativ wie quantitativ gewachsenen Mannschaft des SSV Lahr auf eine Trainingssituation im Lahrer Hallenbad, die es ermöglicht, das über die letzten Jahre erarbeitete hohe Niveau auch weiterhin halten zu können.

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