Lahr Mathematik trifft auf Kunst

Gerhard Daums Tuschezeichnungen basieren auf mathematischen Ansätzen. Foto: Haberer

Lahr - Der Kunstverein "L’art pour Lahr" startet mit Tuschezeichnungen von Gerhard Daum in das Ausstellungsjahr. Es ist das erste Mal, dass in der Künstlergalerie in der Obertorstraße Arbeiten zu sehen sind, die dem Konstruktivismus zugeordnet werden.

"Konstruktivismus mathematisch-experimentell" hat der 1954 in Berlin geborene Debütant des Kunstvereins seine Ausstellung überschrieben. Wissenschaft und Kunst gehen bei Gerhard Daum Hand in Hand. Er hat Chemie, Architektur und Medizin studiert, beruflich an der Entwicklung neuer Medikamente mitgewirkt. Seine Leidenschaft gehört aber der kon-struktiven Kunst, die bei ihm immer auf einem mathematisch-experimentellen Ansatz basiert.

Künstler arbeitet mit Lineal und Winkelmesser

Seine Bildkonstruktionen basieren auf der euklidischen Geometrie, auf Dreiecken, Vier-, Fünf- und Sechsecken, dem Kreis. Der seit 2015 in Lahr lebende Künstler entwirft mit Lineal, Winkelmesser und Zirkel komplexe Strukturen, aus denen er dann wieder Linien und Elemente herausnimmt, bis für ihn eine stimmige Figur entsteht, die dann teilweise durch grafische Muster aufgefüllt wird. Erst wenn der Moment erreicht ist, in dem die Skizze mit seinen persönlichen Vorstellungen von Ästhetik und Harmonie übereinstimmt, wird sie mit dem Tuschestift auf Zeichenkarton übertragen. Daum konfrontiert das Auge so mit künstlerisch verfeinerten Problemstellungen der Mathematik und Geome-trie.

Für den Besucher der Ausstellung ist Daums Spurensuche in die Welt des experimentellen Konstruktivismus allerdings von untergeordneter Bedeutung. Er kann sich mit einer bereitliegenden Legende in Daums Kunstansätze, die in den Zeichnungen bearbeitete Problemstellung, einarbeiten. Er kann sich aber auch einfach an den Bildkonstruktionen erfreuen. In ein überbordendes Spiel der grafischen Strukturen eintauchen, auf eine Entdeckungsreise gehen, in der Linie und Form, Perspektive und Bildaufbau immer wieder zu neuen Ufern aufbrechen, den Betrachter mit kühnen Kon-struktionen und komplexen Strukturen konfrontiert werden, die hier und da sogar mit farbigen Elementen aufwarten.

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