Lahr "Man wird weiter von mir hören!"

Lahr - Noch vor wenigen Wochen dürfte der Name Lenny Yves Joel Bulut nur wenigen Lahrern ein Begriff gewesen sein. Das hat sich geändert: Seit das elfjährige Raptalent im Privatfernsehen zu bewundern war und bei der TV-Castingshow The Voice Kids bis ins Halbfinale vordringen konnte, erkennen ihn die Leute auf der Straße.

LZ-Redakteur Thomas Kroll sprach mit dem Nachwuchsrapper über seine Erfahrungen auf der Bühne in Berlin, was er während seines Abenteuers gelernt hat und wie es für ihn weitergehen wird.

Hi Lenny, erst einmal herzlichen Glückwunsch zum Erreichen des Halbfinals bei "The Voice Kids". Wie zufrieden bist du mit dem, was du geschafft hast?

Hallo, ich bin sehr zufrieden, mit dem was ich erreicht habe. So habe ich mir selbst immerhin meinen größten Traum erfüllt: einmal an einer Casting Show teilzunehmen und auf einer großen Bühne zu stehen.

Warst du zunächst niedergeschlagen, als du erfahren hattest, dass du nicht am Finale teilnehmen wirst?

Im ersten Moment war ich schon traurig. Ich wäre gerne im Finale dabei gewesen. Aber man muss es auch so sehen, dass ich stolz auf mich sein kann, überhaupt bis in die Sing-Offs gekommen zu sein. Die anderen Talente waren echt stark und hatten verdammt gute Stimmen. Jeder Einzelne hatte es verdient, im Finale dabei gewesen zu sein.

Hunderttausende haben deine Auftritte vor dem Fernsehbildschirm verfolgt. Wie nervös warst du und wann war das Lampenfieber am Schlimmsten?

Ich war mega nervös, besonders kurz vor den Auftritten. Man hat sich Gedanken gemacht, wie der Auftritt bei den Coaches und beim Publikum wohl ankommt. Sobald ich die ersten Töne meines Songs gehört habe und mit meiner Performance angefangen habe, war die Nervosität aber direkt weg und ich habe mich zu 100 Prozent aufs Rappen konzentrieren können.

Wie hast du die vergangenen Wochen erlebt? Erzähle den Lesern von deinem Alltag in Berlin.

Der Alltag war fast immer gleich. Wir hatten einen straffen Zeitplan, aber auch genug Pausen, in denen wir uns um die Schule gekümmert haben. Es war super interessant für mich, wie professionell mit mir umgegangen wurde. Gesangsübungen, Bühnenperformance und Styling waren fester Bestandteil des Alltags.

Was waren für dich die absoluten Highlights?

Ein Highlight war der persönliche Anruf von einem meiner Lieblingsrapper – Kool Savas, der mich mit der Nachricht überrascht hat, dass ich in die Blinds eingeladen wurde. Ein weiteres Highlight war dann, dass sich alle Coaches für mich umgedreht hatten und ich einen sogenannten Four-Buzzer bekommen habe.

So hatte ich die Wahl und konnte mich für Michi und Smudo entscheiden. Ich bin wirklich froh, Teil des Teams Fanta 4 gewesen zu sein. Natürlich war es auch ein Highlight, Michi und Smudo persönlich kennenzulernen, genau wie die anderen Coaches auch. Ich könnte noch vieles aufzählen, denn jeder Tag bei The Voice Kids war voller Höhepunkte.

Hast du auch etwas von der Hauptstadt gesehen oder wart ihr in einer Blase, also nur unter euch?

Aufgrund von Corona lief alles anders als sonst. Wir wurden oft getestet und sollten Kontakte möglichst reduzieren. Die Tage waren aber auch immer gut durchgeplant. An den freien Tagen habe ich eigentlich immer mit den anderen Kids die Songs und die Performance geübt.

Hast du noch Kontakt zu anderen Teilnehmern oder deinen Coaches?

Ja, das habe ich. Wir sind eine super The-Voice-Kids- Gemeinschaft und supporten uns alle gegenseitig. Es sind sogar richtige Freundschaften entstanden. Zu meinen Coaches habe ich ebenfalls immer noch Kontakt. Ich freue mich schon darauf, sie bald wieder zu sehen.

Was hast du während deiner Zeit bei The Voice Kids gelernt?

In der Zeit bei The Voice Kids habe ich gelernt, wie wichtig der Zusammenhalt untereinander ist. Man sollte seine Träume nie aufgeben und immer weiter dafür kämpfen. Bei den Battles habe ich es dann geschafft, über meinen Schatten zu springen. Normalerweise rappe ich ja nur, aber in der Zwischenrunde habe ich mich dank der Unterstützung von Michi und Smudo auch an den Gesang ran getraut.

Würdest du nochmals an der Show teilnehmen oder eher andere Wege beziehungsweise Formate bevorzugen?

Ich bereue meine Entscheidung nicht und würde jederzeit wieder bei The Voice Kids teilnehmen. Es war eine super Erfahrung, in der ich viel fürs Leben gelernt habe.

Hast du dir neue Ziele gesteckt, nachdem du erkannt hast, wie gut du in der Öffentlichkeit ankommst?

Ich habe mich sehr über das viele positive Feedback gefreut. Ich würde nicht sagen, dass ich mir neue Ziele gesteckt habe, sondern dass ich mich jetzt in meinen Zielen gestärkt fühle und noch härter daran arbeiten werde. Zum einem lege ich viel Wert auf die Schule und zum anderen werde ich meiner größten Leidenschaft, dem Rappen, noch intensiver nachgehen.

Wie sieht es aus: Strebst du nach wie vor eine Karriere als Rapper an?

Natürlich wäre es schön, als Rapper Karriere zu machen. Ich weiß aber auch, dass die Schule ein unheimlich wichtiger Teil ist, um im Leben zu bestehen. Deswegen werde ich versuchen, neben der Schule weiter an der Musik zu arbeiten, sodass der Traum des Rappers dann irgendwann in Erfüllung geht.

Wie geht es bei dir weiter? Werden wir bald wieder von dir hören?

Ja, man wird weiter von mir hören und ich werde weiter an der Musik dranbleiben. Seid gespannt, was alles kommt. Ihr dürft dann gerne über mich berichten.

Und wie können sich deine Fans weiterhin auf dem Laufenden halten?

Ich bin in den sozialen Netzwerken unterwegs. Mein Instagram-Account lautet "@lenny_tvk21", mein TikTok-Auftritt "@lenny_tvk". Auf Youtube findet man mich, wenn man in der Suchleiste "LennyTVK" eingibt. Auch auf Facebook bin ich neuerdings vertreten: unter "Lenny | The Voice Kids". Ich denke, dass ich auf diesen Wegen junge Menschen am Besten erreiche. Ich möchte mich bei allen bedanken, die mich unterstützt haben. Durch den positiven Zuspruch ist mir vieles leichter gefallen.

Info

Lenny hat etwas geschafft, was zuvor bei The Voice Kids keinem gelungen war: Noch nie ist ein so junger Rapper bis in die Sing-Offs vorgedrungen. Jury-Mitglied Stefanie Klos hatte sogar dafür plädiert, Lenny mit ins Finale zu nehmen. Der Grund, warum sich Michi und Smudo für zwei andere Talente entschieden: Es hätte im Finale einfach keinen Gegner für Rapper Lenny gegeben, mit dem er sich hätte messen können.

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