Lahr Magische Klänge und leise Poesie

Maria Solheim verzauberte mit ihrer Art und ihrer Musik die Zuhörer im Schlachthof. Foto: Haberer Foto: Lahrer Zeitung

Lahr. Bei ihrem mittlerweile vierten Gastspiel in Lahr hat Maria Solheim einmal mehr ein wunderbar feinsinnig angelegtes Konzert abgeliefert. Die Sängerin und Gitarristin aus Norwegen überzeugte mit fragilen Songperlen voller Poesie und Tiefgang.

"I wish I were in a band" steht auf den neuen T-Shirts von Maria Solheim und auf einem Tuch, das an ihrem Mikrofonständer hängt. Es ist der Titel ihrer aktuellen Single, eine Auskopplung aus ihrem neuen Album "Stories of New Mornings". Die mittlerweile 36-jährige Norwegerin träumt aber nicht nur vom Musizieren im Kollektiv. Mit ihrem Produzenten Christer Slaaen (Gitarre, Banjo, Tasteninstrumente, Gesang), Tor Egil Kreken (Gitarre, Bass, Banjo) und dessen Frau Mari Kreken (Gesang, Gitarre, Mandoline) hat Solheim dieses Mal tatsächlich eine richtige Band mitgebracht. Als ungemein feinsinnig agierendes Musikkollektiv hauchen sie der Musik eine ganz besondere Aura ein. Das Quartett verführt mit bisweilen magisch anmutenden Klängen und leiser Poesie, kreiert eine immer wieder knisternde Stimmung, die zwischen Lachen und Weinen pendelt, zwischen tiefer Traurigkeit und einer immer wieder aufblitzenden Lebenslust.

Tor Egil und Mari stellen zum Einstig in das Konzert ihr Bandprojekt "Darling West" vor, schwelgen gut eine halbe Stunde lang in klassischem Americana, verführen mit Folksongs voller Charme. Dann stoßen Solheim und Christer Slaaen dazu. Der Abend taucht nun immer tiefer ein in eine verwunschene Klanglandschaft voller Feinheiten. Es sind fragile Tongemälde, in die sich leise Zwischentöne einschleichen, über den der oft von Mari verstärkte Gesang von Solheim schwebt. Die Frau von einer abgelegenen Inselgruppe nördlich des Polarkreises haucht und flüstert, lässt dunkle Vokallaute immer wie hell aufblühen. Ihre Musik berührt, weil sie aus einer immer wieder greifbaren Melancholie schöpft, am Ende aber auch oft in eine tief aus der Seele emporsteigende Heiterkeit umschlägt, von den schönen Dingen des Lebens erzählt. Solheim schreibt Songs und Gedichte, sie malt, arbeitet nebenher als Journalistin. Alles verströmt bei ihr eine poetische Aura, die wunderbar funkelt. Ihr viertes Gastspiel in Lahr hallt nach als der bisher beste Auftritt der Norwegerin.

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