Lahr Mädchen lernen Arbeit einer Mutter kennen

Franziska Pampuch (Mitte) und Gianna Braun (rechts) erklären Schülerinnen der Klasse neun und Lehrerin Angelika Schaub-Roll (links) wie das "Baby" versorgt werden soll. Foto: Baublies Foto: Lahrer Zeitung

Die Schülerinnen, die an der "Baby-Bedenkzeit" teilnehmen, sind 15 oder 16 Jahre alt. Eine Woche kümmert sich jedes Mädchen um eine Puppe, die dank moderner Technik ein Kleinkind simuliert.

Lahr. In der Maria-Furtwängler-Schule ist Pflegebegleitung eines der Kernfächer. Fachlehrerin Angelika Schaub-Roll, Franziska Pampuch, die bei der Caritas die Schwangerschaftskonfliktberatung betreut, und Studentin Gianna Braun erklärten sieben Schülerinnen die Puppen für den praktischen Unterricht. Die jungen Frauen haben die Aufgabe, die Puppen eine Woche als "Mütter" zu versorgen.

Bei der Einweisung erfuhren die Schülerinnen, dass die Babysimulatoren eine Menge Aufmerksamkeit fordern. Die künstlichen Babys haben das richtige Gewicht. Der Kopf der Puppe ist mit dem Rumpf über ein Kugelgelenk verbunden. Das "Spielzeug" muss also richtig gehalten werden. Füttern, Wickeln und andere Aufmerksamkeiten registriert der eingebaute Speicher und überträgt die Daten an die Mitarbeiterinnen der Caritas. Umgekehrt gilt, dass drei Minuten "Geschrei" der Puppe als "Vernachlässigung" aufgezeichnet wird. Die "Mütter" der "Baby-Bedenkzeit" erfahren also, was es heißt, mitten in der Nacht frische Windeln oder das Fläschchen zu richten.

"Die Windeln müssen gewechselt werden": Pampuch erklärte, dass der Chip genügend Kapazitäten hat, zu erkennen, wenn das nicht korrekt erfolgten würde. Bei der Auswertung im Unterricht erfahren die Schülerinnen, was sie richtig oder auch falsch gemacht haben.

Die Roboter nehmen etwa so viel Rücksicht, wie es Babys in der Realität machen würden. Nur der Unterricht am Vormittag ist ausgeschlossen. Da haben die Puppen eine "Pause" einprogrammiert. Eine erste Gruppe, neun Schülerinnen der gleichen Klasse, haben die "Baby-Bedenkzeit" bereits durchlaufen. Schaub-Roll sagte, dass sie das Experiment spannend fanden.

Bei einer kurzen Vorstellungsrunde, ehe die Puppen ausgepackt und verteilt wurden, erklärten die Schülerinnen, was sie von dem Experiment erwarten. Alle waren gespannt, wie sie mit den Anforderungen der Babybetreuung fertig werden. Da die Puppen viel Aufmerksamkeit erfordern, könnte auch diese Frage spannend werden: "Wie reagieren die Freunde?"

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